Katar / Kolumbien / Kuba / Brasilien / Politik

Länder in Lateinamerika verurteilen Israels Angriff in Katar

desde_el_rio_hasta_el_mar.jpg

Ein "freies Palästina" fordert dieses Mahnmal in Mexiko-Stadt
Ein "freies Palästina" fordert dieses Mahnmal in Mexiko-Stadt

Doha/Bogotá et al. Die israelischen Bombardierungen von diplomatischen Einrichtungen der Hamas am 9. September in Katars Hauptstadt Doha haben länderübergreifend scharfe Verurteilungen ausgelöst. Die bolivarische Regierung in Venezuela sprach von "Staatsterrorismus" und einer "eklatanten Verletzung des internationalen Rechts". Die Attacke auf das Verhandlungsteam der Hamas "zeige das wahre Gesicht der zionistischen Enklave", die weiter an "Gewalt und der regionalen Destabilisierung festhält".

Auch das sozialistische Kuba verurteilte den Angriff als "neue außergerichtliche Hinrichtung des Zionismus" und als Gefahr für die regionale Stabilität. Nicaragua nennt den Angriff "heimtückisch", bekräftigte seine Solidarität mit Katar und dem palästinensischen Volk und rief dazu auf, "unermüdlich für die Wiederherstellung der Rechte des heldenhaften palästinensischen Volkes zu kämpfen".

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro bekundete seine Solidarität mit Katar und erinnerte an dessen Einsatz für verletzte Kinder aus Gaza. Am 9. September veröffentlichte er zudem auf X einen Kommentar zum israelischen Angriff auf den Solidaritätskonvoi Global Sumud Flotilla in tunesischen Gewässern (amerika21 berichtete).

Der Angriff Netanyahus "auf ein Schiff mit Lebensmitteln für die Palästinenser erinnert an die Angriffe der Nazi-U-Boote auf die US-Handelsflotte", schrieb Petro. Er warf den Regierungen Nordamerikas und Europas vor, "Komplizen des Völkermords zu sein, so wie schon in der Vergangenheit".

Besonders mahnte er die Verantwortung Deutschlands an: Die Bevölkerung sei "gelähmt durch das Auschwitz-Syndrom" und unterstütze dadurch "letztlich einen neuen Nazismus in anderen Ländern". "Hitler lebt in Netanyahu, und die neuen Freunde Hitlers unterstützen ihn", so Petro.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik. Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Das jüdische Volk selbst, das am eigenen Leib und in der eigenen Geschichte erfahren hat, was Verfolgung, Hunger, Sklaverei und Völkermord sind, muss sich gegen den Völkermord stellen.

Auch an die jüdische Glaubensgemeinschaft richtete er sich direkt: "Das jüdische Volk selbst, das am eigenen Leib und in der eigenen Geschichte erfahren hat, was Verfolgung, Hunger, Sklaverei und Völkermord sind, muss sich gegen den Völkermord stellen." Seine Botschaft schloss Petro mit einem Aufruf: "Die Menschheit muss sich erheben, es ist Zeit für Revolutionen."

Brasilien sah eine "offensichtliche Verletzung der Souveränität Katars" und warnte, dass die Attacke die laufenden Vermittlungsbemühungen um eine Waffenruhe im Gazastreifen untergrabe. Ähnlich äußerten sich Bolivien und Chile, die die Gefahr einer Eskalation und die Verschärfung der humanitären Krise in Gaza betonten. Peru und Uruguay warnten vor schwerwiegenden Folgen für Frieden und Sicherheit in der Region.

Keine offiziellen Stellungnahmen kamen bislang aus Mexiko, Ecuador und Argentinien.

Eine Ausnahme zu den kritischen Stimmen bildete Paraguay: Präsident Santiago Peña wiederholte seine Unterstützung für Israel, verweist auf das "Recht auf Selbstverteidigung" und rechtfertigte die Verlegung der paraguayischen Botschaft nach Jerusalem, ohne auf den Angriff in Doha direkt einzugehen.