Zwei Waldschützer in Mexikos Bundesstaat Michoacán ermordet

Beide setzten sich in Michoacán für Wälder und Wasser ein. Gemeinden fordern Aufklärung und Schutz

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Links der Umweltschützer Lázaro Mendoza, rechts Roberto Chávez
Links der Umweltschützer Lázaro Mendoza, rechts Roberto Chávez

Morelia. Der Umweltschützer Lázaro Mendoza ist tot in der mexikanischen Gemeinde Salvador Escalante aufgefunden worden. Dies geschah nur einige Tage nachdem der Aktivist Roberto Chávez ebenfalls in Michoacán in Villa Madero ermordet wurde. Angehörige meldeten Mendoza am 14. April als vermisst. Tags darauf berichtete der lokale Radiosender Fragua, bei dem Mendoza mitarbeitete, über sein Verschwinden. Am selben Abend fanden die Behörden auf einem Feldweg einen ausgebrannten Pick-up mit menschlichen Überresten. Die Staatsanwaltschaft schloss am Samstag die DNA-Untersuchungen ab und bestätigte, dass es sich bei dem Opfer um den Umweltschützer handelt.

Der 51-jährige Mendoza engagierte sich gegen illegale Holzfäller und gegen andere Gruppierungen der organisierten Kriminalität, die die Integrität des Territoriums bedrohen. Radio Fragua teilte in seinen sozialen Netzwerken als Hommage ein Video mit Aufnahmen des Ermordeten, um daran zu erinnern, dass dieser "ein sozialer Kämpfer war, der sich stets für die Verteidigung seines Volkes einsetzte".

Bereits am 12. April wurde der Umweltschützer Roberto Chávez in der Gemeinde Villa Madero erschossen. Chávez war Mitglied des Umweltschutzkomitees von Sangarro und protestierte gegen den illegalen Holzeinschlag von Kiefern und Eichen in der Region, der mit der Ausweitung von Avocado-Plantagen in Verbindung steht – ein Geschäft, das von der organisierten Kriminalität kontrolliert wird.

Sowohl Salvador Escalante als auch Villa Madero sind bekannt für den wasserintensiven Anbau von Avocado-Plantagen. Anfang April meldeten beispielsweise die lokalen Behörden von Zirahuén in Salvador Escalante, dass täglich bis zu 50 Tankwagen Wasser aus dem gleichnamigen See abgepumpt würden.

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Gemäß zivilgesellschaftlichen Organisationen ist Gewalt gegen Umweltschützer in Michoacán eine Folge von kriminellen Interessen, die sich auf "legale" Wirtschaftszweige ausweiten. Insbesondere indigene Gemeinschaften versuchen die Ausbreitung von Avocado-Plantagen und den illegalen Holzeinschlag zu verhindern. Mit mehr als 182.000 Hektar Avocadobäumen ist Michoacán weltweit führend in der Produktion und im Export von Avocados.

Die Bewohner der Regionen Madero und Salvador Escalante errichteten in den vergangenen Tagen Straßenblockaden und organisierten Demonstrationen in der Hauptstadt Morelia, um Gerechtigkeit für diese Verbrechen und Schutz für die überlebenden Waldaufseher zu fordern. Die Gemeinden forderten die Landes- und Bundesbehörden dazu auf, innerhalb von zwei Wochen für Sicherheit zu sorgen, andernfalls würden sie zu den Waffen greifen.

Der Gouverneur von Michoacán, Alfredo Ramírez Bedolla, teilte seinerseits mit, dass bereits ein Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter des Mordes an Mendoza vorliegt. Auch im Fall von Chávez versprach Ramírez Bedolla Aufklärung.

Die Verteidigung der natürlichen Ressourcen und des Territoriums ist eine der gefährlichsten Aufgaben für Menschenrechtsaktivisten in Mexiko. Das mexikanische Umweltinstitut (Centro Mexicano de Derecho Ambiental, Cemda) dokumentierte für das vergangene Jahr insgesamt 135 gewaltsame Übergriffe. Allein 2025 wurden zehn mexikanische Umweltschützer ermordet, wie Cemda am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekanntgab.