Gerhard Dilger

Wut auf dem Kontinent der Flüchtlinge

Die EU setzt ihre guten Beziehungen zu Lateinamerika aufs Spiel. Kommentar von Gerhard Dilger (taz)
Die Europäische Union ist auf dem Holzweg. Jüngstes Beispiel ist die vom Europaparlament abgesegnete EU-Rahmenrichtlinie zur Abschiebung irregulärer Einwanderer. In Lateinamerika stieß die Maßnahme auf einhellige Ablehnung: Nicht nur Menschenrechtler, sondern auch Staatschefs und Minister... weiter

Chávez ist nicht durchgeknallt

Der Affront gegen Kanzlerin Merkel artikuliert einen weitreichenden Streit. Kommentar von Gerhard Dilger (taz)
Wieder einmal hat Hugo Chávez eine seiner berüchtigten Attacken gefahren. Angela Merkel gehöre "der deutschen Rechten an, derselben, die Hitler und den Faschismus unterstützt hat", sagte Venezuelas Ölsozialist in seiner TV-Show "Aló Presidente". Wie nach seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung 2006... weiter

Autonomiestreben spaltet Bolivien

Autonomiestreben spaltet Bolivien
Im Referendum über die Autonomie der Provinz Santa Cruz erringen die Befürworter einen Sieg. Die Regierung hatte zur Wahlenthaltung aufgerufen
Porto Alegre. Erwartungsgemäß haben die WählerInnen der rohstoffreichen Provinz Santa Cruz im Osten Boliviens am vergangenen Sonntag das Autonomiestatut ihrer Regionalregierung klar angenommen. Nach der Auszählung von 22 Prozent, so das örtliche Wahlgericht in der Nacht zum Montag... weiter

Ein Hardliner beugt sich

Ein Kommentar zur notwendigen Regionalisierung des Friedens in Südamerika. Von Gerhard Dilger (taz)
Santo Domingo. Die Beilegung der Krise zwischen Kolumbien und seinen Nachbarn Ecuador, Venezuela und Nicaragua ist ein Triumph der Diplomatie und des Völkerrechts. Auf dem Gipfel der Rio-Gruppe in Santo Domingo wurde Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe ein wichtiges Versprechen... weiter

Telenovela mit glimpflichem Ausgang

Ausgerechnet Venezuelas Präsident Hugo Chávez stellt auf dem Gipfeltreffen der Rio-Gruppe entscheidende Weichen zur Entschärfung der Anden-Krise
Bogotá. Fernando Ardila ist erleichtert. "Heute war Hugo Chávez gut beraten", sagt der Taxifahrer, "diese Telenovela ist noch einmal gut ausgegangen." Sieben Stunden verfolgten die Kolumbianer am Freitag im Fernsehen und Radio den wohl packendsten Präsidentengipfel, den... weiter

Säbelrasseln schadet Geiseln

Säbelrasseln schadet Geiseln
Die Spannungen zwischen Kolumbien, Ecuador und Venezuela profilieren Kolumbiens Präsidenten Uribe. Auf diplomatischer Ebene gibt es erste Signale der Entspannung
Bogotá. Für Albeiro Ramírez ist die Sache klar: "Der Hund, der bellt, beißt nicht", lacht der 40-jährige Kolumbianer, als er zu Venezuelas Präsident Hugo Chávez befragt wird. "Während Chávez ständig schimpft und droht, schlägt unser Präsident Uribe kühl zu", sagt er. Dass die... weiter

Gefangenenaustausch in Sicht?

Chávez Vermittlung in Kolumbien zeigt Fortschritte, trotz Misstrauen aus Bogotá
Porto Alegre. Venezuelas Präsident Hugo Chávez ist in Caracas mehrmals mit Iván Márquez zusammengekommen, einem der ranghöchsten Kommandanten der kolumbianischen Farc-Guerilla. Am Donnerstag stellten sich Chávez, Márquez und die kolumbianische Senatorin Piedad Córdoba der Presse.... weiter

Uribes Konservative abgestraft

Kommunal- und Regionalwahlen in Kolumbien: Unabhängige und Linke auf dem Vormarsch
Bogotá. Kolumbiens Linke freut sich: Der nächste Bürgermeister der 8-Millionen-Metropole Bogotá heißt Samuel Moreno Rojas. Der 47-jährige Politiker von der Linkspartei Demokratischer Alternativer Pol siegte am Sonntag überraschend klar mit 43,7 Prozent. Der Favorit des... weiter

Chávez lädt die Comandantes ein

Am 40. Todestag Che Guevaras will Venezuelas Präsident Chávez hochrangige Vertreter der kolumbianischen Guerilla treffen.
Porto Alegre. Die "Revolutionären Streitkräfte Kolumbien" (Farc) möchten einen hochrangigen Vertreter zu einem Treffen mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez nach Caracas schicken. Symbolträchtiger Wunschtermin für den Auftritt im Präsidentenpalast Miraflores wäre der 9.... weiter

In Venezuela ticken die Uhren bald anders

Präsident Hugo Chávez will die Tagesarbeitszeit kürzen und die Uhren eine halbe Stunde zurückstellen
Revolutionen brauchen Symbole. Hugo Chávez sind sie schon immer ein Herzensanliegen gewesen. Bei der Verabschiedung der neuen Verfassung 1999 wurde der Republik Venezuela nach dem Nationalhelden Simón Bolívar (1783-1830) das Adjektiv "bolivarianisch" vorangestellt, und seit vorigem Jahr galoppiert... weiter

Der heilige Hugo - Vorsicht vor dem Chávez-Kult!

Immer öfter steht Venezuelas Präsident seinem «Sozialismus des 21. Jahrhunderts» selbst im Weg. Kritische Intellektuelle warnen die Fans des Comandante: Bedingungslose Solidarität schadet nur.
Anfang 1999 flog der Schriftsteller Gabriel García Márquez mit Hugo Chávez von Havanna nach Caracas. Sein Porträt des gerade frisch gewählten Präsidenten Venezuelas schloss der kolumbianische Autor mit der Erkenntnis, dass er es in der Person von Chávez wohl mit «zwei gegensätzlichen Männern» zu... weiter

"Der Personenkult um Chávez wächst"

Nicht nur TV-Sender verschwinden, die gesamte kritische Debatte droht zu veröden. Und Venezuela wird abhängiger vom Ölexport. Interview mit der Linksintellektuellen López Maya.
MARGARITA LÓPEZ MAYA, 56, ist eine der wichtigsten Linksintellektuellen Venezuelas. Die Sozialhistorikerin schreibt derzeit für eine vierzehntägige Kolumne für die Tageszeitung Últimas Noticias und die chavistische Website http://www.aporrea.org. Frau López Maya, nach der Schließung des... weiter

Eine "Bolivarische Alternative für Amerika"

Bolivien, Kuba und Venezuela unterzeichnen "Handelsvertrag der Völker" (TCP)
Kuba, Venezuela und Bolivien haben am Samstag in Havanna ein Handelsabkommen gegen die USA-Pläne für eine panamerikanische Freihandelszone geschlossen. "Das Imperium hat erneut eine Niederlage erlitten", jubelte jetzt in Havanna die "Granma". Gescheitert sei der Versuch der USA, Kuba, Venezuela und... weiter

Lateinamerikas neue alte Linke

Die neoliberalen Konzepte sind auf dem Subkontinent gescheitert. Aller Rhetorik zum Trotz setzt aber auch die Linke Südamerikas auf althergebrachten Wachstumsglauben
Ein Gespenst geht um in den Medien des Westens - das Gespenst eines Linksrucks in Lateinamerika. Weil Washington den Subkontinent vernachlässigt habe, heißt es allenthalben, gäben dort zunehmend Populisten den Ton an, allen voran Hugo Chávez. Dass Evo Morales in Bolivien am 1. Mai symbolträchtig... weiter

Antiimperialistische Feuerkerzen

In Lateinamerika sucht Ahmadinedschad Verbündete gegen die USA
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad nutzt den Linksruck in Lateinamerika auf seine Weise: Mit seiner Reise nach Venezuela, Nicaragua und Ecuador wollte der Islamist demonstrieren, dass er international keineswegs so isoliert ist, wie dies Washington gerne hätte. Denn wie schon der Irakkrieg,... weiter

Nadelstiche gegen das Empire

Lateinamerikas Linksregierungen werden immer selbstbewusster. Dabei überrascht vor allem Brasilien, das sich jetzt endgültig an der "Bank des Südens" beteiligen will
Die Linksregierungen Südamerikas werden mutiger - und haben jüngst eine ganze Reihe von Maßnahmen gegen die traditionelle Bevormundung der Region durch die USA beschlossen. Ungewohnt offensiv zeigte sich Brasilien: Es wird sich an der "Bank des Südens" beteiligen und schließt weitere Patentbrüche... weiter

Verarmte Demokratie?

Interview mit Edgardo Lander, Soziologe an der Zentraluniversität in Caracas
Regieren per Dekret und die Bildung einer Einheitspartei sorgten für Diskussionsstoff über den zukünftigen Weg Venezuelas. Aber auch die impulsive Außenpolitik von Hugo Chávez, zunehmende Umweltprobleme und die Korruptionsbekämpfung werden thematisiert. Edgardo Lander, einer der profiliertesten... weiter

Südamerika will unabhängig werden

Mit fünf weiteren Regierungen gründet Venezuela eine "Bank des Südens" als Alternative zu IWF und Weltbank
"Die Bank des Südens ist eine Realität", verkündete Nicanor Duarte vorgestern in Asunción nach einem Ministertreffen. Damit bestätigte Paraguays konservativer Präsident, worauf sich die Wirtschafts- und Finanzminister Argentiniens, Boliviens, Brasiliens, Ecuadors, Paraguays und Venezuelas bereits... weiter

Auf dem Weg ins 20. Jahrhundert

In Venezuela schreitet die Gleichschaltung der Medien voran
Auf den ersten Blick klingt die Argumentation der Regierung Chávez bestechend: Wie in Europa soll auch in Venezuela der Staat das Recht haben, über Sendefrequenzen für Fernsehsender zu entscheiden und privaten Medienunternehmen Lizenzen auch einmal nehmen können. Das Aus für RCTV folge dieser Logik... weiter