Konzern Smurfit lässt Indigene und Bäuer:innen in Kolumbien gewaltsam räumen

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Unterschiedliche Organisationen rufen zur Unterstützung der Landkämpfe auf
Unterschiedliche Organisationen rufen zur Unterstützung der Landkämpfe auf

Popayán. In der Gemeinde Cajibío im kolumbianischen Departamento Cauca verschärft sich die Gewalt gegen indigene und bäuerliche Gemeinschaften erneut. Die unabhängige Nachrichtenplattform Colombia Informa berichtet, dass es am Wochenende in den frühen Morgenstunden zu einem gewaltsamen Einsatz von Polizei- und Spezialeinheiten auf einem von Kleinbäuer:innen und Indigenen besetzten Gelände kam. Zeug:innen berichten von Schüssen, Tränengas und zerstörten Unterkünften.

Die betroffenen Familien, die sich seit Jahren im Rahmen der Bewegung zur Rückgewinnung von Land gegen die großflächige Plantagenwirtschaft des irisch-US-amerikanischen multinationalen Verpackungskonzerns Smurfit Westrock wehren, sprechen von einem koordinierten Angriff mit dem Ziel, ihren Widerstand gewaltsam zu brechen.

Seit 2021 fordern sowohl indigene Misak- und Nasa-Gemeinschaften als auch kleinbäuerliche Organisationen wie der Nationale Agrarkoordination (Coordinador Nacional Agrario, CNA) die Rückgabe von Flächen. Diese wurden nach ihrer Darstellung unter Missachtung kollektiver Rechte privatisiert und in Monokulturen überführt. Auf dem betroffenen Gebiet betreibt Smurfit Westrock, ehemals Smurfit Kappa, großflächige Forstwirtschaft mit Eukalyptus- und Kiefernplantagen. Laut der CNA sind diese Baumarten in der Region nicht heimisch und gefährden die lokalen Wasserquellen sowie Böden.

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In einem aktuellen Kommuniqué verurteilt der Regionale Indigene Rat des Cauca (Consejo Regional Indígena del Cauca, Cric) die jüngsten Räumungen als Teil einer systematischen Strategie zur Kriminalisierung sozialer Bewegungen. Der Verband wirft dem kolumbianischen Staat vor, sich einseitig auf die Seite des Unternehmens zu stellen, anstatt seiner verfassungsmäßigen Pflicht zur Anerkennung und zum Schutz indigener Territorien nachzukommen. Der Einsatz von Spezialeinheiten zur Räumung der Camps sei nicht nur überzogen, sondern auch gefährlich eskalierend. In der Vergangenheit kam es bereits zu Todesfällen bei ähnlichen Einsätzen.

Die CNA berichtet ergänzend von weiteren Angriffen auf Gemeinden, die in anderen Teilen Cajibíos Flächen zurückfordern. Auch hier kam es in den letzten Monaten wiederholt zu Einschüchterungsversuchen, Brandstiftungen und Sabotageakten. Mehrere Führungspersonen wurden bedroht oder öffentlich diffamiert. In ihrem Statement betont die CNA, dass die Rückgewinnung von Land kein krimineller Akt sei, sondern ein historisches Recht, das auf der ungerechten Verteilung von Boden und der jahrzehntelangen Missachtung bäuerlicher und indigener Interessen beruht.