IWF-Deal sorgt für Optimismus in Argentinien, trotz Warnungen vor neuer Krise

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Der US-Ökonom Stiglitz, hier auf dem Weltwirtschaftsforum 2009 in Davos, kritisiert die Politik der neuen Schulden in Argentinien scharf
Der US-Ökonom Stiglitz, hier auf dem Weltwirtschaftsforum 2009 in Davos, kritisiert die Politik der neuen Schulden in Argentinien scharf

Buenos Aires. Der US-Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz hat die Wirtschaftspolitik in Argentinien kritisiert und eine erneute Finanzkrise vorausgesagt. Dies erklärte Stiglitz auf einer Pressekonferenz während seiner Teilnahme am Gabo-Festival in Kolumbien Ende Juli.

Er sagte, die jüngst gesunkene Inflation sei "keine Errungenschaft", sondern auf hohe Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzuführen. Mit mehr als 56 Milliarden US-Dollar Verbindlichkeiten sei das Land "nicht lebensfähig". Bereits unter Präsident Mauricio Macri habe Argentinien einen 44-Milliarden-US-Dollar-Kredit erhalten, der laut Stiglitz von den Reichsten einkassiert worden sei. Dennoch habe der IWF weitere 20 Milliarden verliehen, Geld, das das Land sich ebenfalls nicht leisten könne.

Stiglitz sieht die Stabilisierung des Wechselkurses als zentral für den Inflationsrückgang, hält aber die Strategie von Präsident Javier Milei, zu Zinssätzen von rund neun Prozent an die internationalen Märkte zurückzukehren, für nicht tragfähig. Selbst bei moderater Inflation werde Argentinien seine Schulden nicht bedienen können.

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Stunden zuvor hatte Wirtschaftsminister Luis Caputo in Buenos Aires den erfolgreichen Abschluss einer ersten technischen Überprüfung des IWF-Programms verkündet. Das Abkommen, so Caputo, eröffne Argentinien den Weg zurück zu den internationalen Finanzmärkten. Trotz verfehlter Ziele bei der Reservebildung, der IWF gewährte einen Verzicht, erwartet die Regierung eine Auszahlung von zwei Milliarden US-Dollar. Caputo betonte, fast alle Vorgaben seien erfüllt worden, und sprach von einem "wichtigen Schritt", um Schulden künftig zu etwa 8,75 Prozent zu refinanzieren.

Der IWF lobte in einer Mitteilung den stabilen Wechselkurs, den Rückgang der Inflation sowie Anzeichen wirtschaftlicher Erholung und sinkender Armut, ohne jedoch Zahlen zu nennen. Zugleich forderte er weitere Reformen: Aufbau von Zentralbankreserven, Vereinheitlichung der Wechselkurse und Anpassungen im Finanzsystem. Caputo zeigte sich zuversichtlich, dass die Märkte die Fortschritte als Zeichen von Stabilität werten werden.

Argentinien führt derzeit die Liste der zehn Länder mit den höchsten Verbindlichkeiten beim IWF, mit 63,986 Milliarden US-Dollar (Stand 31. März), an. Damit liegt es deutlich vor der Ukraine (14,992 Milliarden) und Ägypten (11,903 Milliarden). Die Größenordnung der Schulden verdeutlicht, wie sehr die künftige argentinische Wirtschaftspolitik von den Bedingungen des IWF abhängt.