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Neues Schuljahr in Kuba: Engpässe und kreative Lösungen

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Schulkinder in Kuba (Symbolbild)
Schulkinder in Kuba (Symbolbild)

Havanna. Am 1. September hat in Kuba für über eineinhalb Millionen junge Menschen das neue Schuljahr begonnen. Dies erfolgt in schwierigen Zeiten wirtschaftlicher Krise und daraus folgenden Problemen, von denen nun auch der Bildungssektor betroffen ist.

Bildungsministerin Naima Trujillo Barreto erklärte dazu, dass jede Provinz des Landes davon in unterschiedlicher Weise herausgefordert sei. So seien Indikatoren wie die Abdeckung mit Lehrkräften und die Renovierung und Ausstattung der Einrichtungen unterschiedlich ausgeprägt. Beispielsweise betrage die Lehrkräfteabdeckung in Santiago de Cuba 99 Prozent, in anderen Provinzen hingegen nur 75,5 Prozent, in Havanna würden einer von drei Lehrern fehlen. 

Hintergrund für diese Unterversorgung ist die sozioökonomische Gesamtsituation in Kuba, die durch eine hohe Migration der letzten Jahre, umfangreiche Stromausfälle und damit verbundene Produktionseinschränkungen gekennzeichnet ist. So konnten derzeit noch nicht alle Unterrichtsmaterialien oder Schuluniformen fertiggestellt werden. Traditionell werden Schulmaterien und Uniformen in Kuba kostenlos zur Verfügung gestellt, auch ist der Unterricht an allen Bildungseinrichtungen kostenfrei. Durch die aktuelle Krise berichten Medien aber, dass Familien selbst Materialien und Uniformteile besorgen müssen, zu teilweise hohen Preisen. 

Vor diesem Hintergrund betonte Bildungsministerin Trujillo, dass kontextuelle, vielfältige und individuelle Aspekte berücksichtigt werden, um den Anforderungen des Bildungsprozesses besser gerecht zu werden. Sie erklärte, dies sei eine wichtige Herausforderung, die mit Lehrkräften und Familien geteilt werden müsse, damit diese verstehen könnten, wie der Unterricht bis zum Eintreffen der Materialien abläuft und Missverständnisse vermieden werden. Viele Materialien wie die Übungshefte seien in den meisten Bildungseinrichtungen eingetroffen.

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"Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass mit dem Übungsheft das Lernen entsprechend dem Lerntempo der Klasse erfolgt und mehr Zeit vorhanden ist, Fähigkeiten zu entwickeln, da die Übungen nicht abgeschrieben werden müssen und es mit einem didaktischen Konzept ausgestattet ist", erklärte Trujillo. Sie wies darauf hin, dass es gelungen sei, Bleistifte und Hefte zu beschaffen, obwohl die Versorgung weiterhin knapp sei.

Im Rahmen der Vorbereitungen für das neue Schuljahr wurden in manchen Provinzen gemäß den Schülerzahlen einerseits und den Lehrkräften andererseits Bildungseinrichtungen zusammengelegt, um die vorhandene Infrastruktur und Kapazitäten besser zu nutzen.

In Bezug auf die seit einiger Zeit laufende Transformation zu einer integralen Bildungsarbeit erklärte Trujillo: "Wir müssen weiterhin an Themen arbeiten, die in unserem Modell schon immer Priorität hatten. Aber in Zeiten wie diesen, in denen die sozialen Medien einen extremen Einfluss haben und es Verhaltensweisen und Trends in der Welt gibt, von denen auch Kuba nicht ausgenommen ist, werden wir unsere Bildungsarbeit verstärken. Insbesondere mit dem Ziel, Menschen auszubilden, die bereit sind, sich an einer Debatte über die Meinungen anderer zu beteiligen. Toleranz, Frieden, Koexistenz, Akzeptanz und gemeinsames Schaffen sind Eigenschaften, die nicht fehlen dürfen." Weiter betonte die Ministerin, es sei "nicht wichtig, was uns fehlt, ich denke, das Wichtigste ist, wie viel wir haben: Wir haben viel Mühe, viel Vorbereitung, viel Sensibilität und Humanismus."