Venezuela / USA / Politik

Venezuela als 51. Bundesstaat der USA?

US-Präsident postet auf Truth Social eine Karte von Venezuela mit US-Flagge. Kurz darauf folgt ein Video von Außenminister Marco Rubio. Widerspruch von Regierung und Opposition in Venezuela

screenshot_from_2026-05-13_13-27-10.png

Trumps Beitrag, welcher auch vom Account des Weißen Haus weiterverbreitet wurde
Trumps Beitrag, welcher auch vom Account des Weißen Haus weiterverbreitet wurde

Caracas/Washington. Am Dienstag hat der US-Präsident auf dem ultrarechten sozialen Netzwerk Truth Social unter der Überschrift "51. Staat" eine Karte geteilt, die Venezuela mit der US-amerikanischen Flagge gefüllt zeigt. Nur wenige Minuten später wurde ein Video aus dem Januar gepostet, in dem Außenminister Marco Rubio die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bekannt gab. Damit spielt die US-Regierung auf eine Annexion des Landes an, nachdem die US-Regierung in den letzten Monaten wenige Worte zu Venezuela verloren hatte.

Diese Rhetorik kommt einen Tag, nachdem die Interimspräsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, öffentlich erklärte, dass Venezuela es nie in Erwägung gezogen hatte, der 51. US-Bundesstaat zu werden, auch nicht, nachdem die US-Truppen im Januar Maduro gefangen genommen hatten. Rodríguez, die zurzeit am Internationalen Gerichtshof in Den Haag Venezuelas Anspruch auf das Essequibo-Gebiet vertritt, sagte, dass dies "niemals zur Debatte steht, denn wenn es etwas gibt, das uns Venezolaner verbindet, dann ist es unsere Liebe zur Unabhängigkeit".

Auch die venezolanische rechte Oppositionsführerin María Corina Machado schloss jede Möglichkeit eines Beitritts Venezuelas zu den USA kategorisch aus und beharrte auf der nationalen Souveränität des Landes. Als erstes Staatsoberhaupt reagierte der kolumbianische Präsident Gustavo Petro auf die Beiträge des Weißen Hauses. In einem Beitrag im sozialen Netzwerk X stellte er fest, dieser offizielle Tweet des Weißen Hauses sei "eine Idee, die völlig im Widerspruch zu der von Simón Bolívar steht" und ergänzte: "Diese neue Idee der US-Regierung kann nicht ohne den Willen des venezolanischen Volkes umgesetzt werden, das aufgefordert würde, seinen Sohn zu verraten: Simón Bolívar, den Gründer Großkolumbiens und der venezolanischen Freiheit."