USA erhöhen Militärpräsenz in der Karibik

Angriffe auf Venezuela möglich. USA planen laut Maduro "gewaltsamen Umsturz". Venezuela will gegen Drogenhandel vorgehen

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Eine F-35 im Landeanflug. Der Kampfjet kann Ziele in der Luft und auf dem Boden bekämpfen
Eine F-35 im Landeanflug. Der Kampfjet kann Ziele in der Luft und auf dem Boden bekämpfen

San Juan. Laut Medienberichten will die US-Regierung bis Ende dieser Woche zehn F-35-Kampfjets in Puerto Rico stationieren. Das Außengebiet der Vereinigten Staaten liegt Luftlinie etwa 850 Kilometer nördlich der venezolanischen Küste. Zuvor hatten zwei venezolanische F16-Flugzeuge laut US-Angaben am Donnerstag kurzzeitig eines der US-amerikanischen Kampfschiffe überflogen, die in der südlichen Karibik kreuzen.

US-Präsident Donald Trump kündigte Maßnahmen an, sollte sich dies wiederholen: "Wenn sie uns in eine gefährliche Situation bringen, werden sie abgeschossen". Wie der US-amerikanische Fernsehsender CNN berichtet, zieht Trump darüber hinaus in Betracht, auch Ziele innerhalb Venezuelas militärisch anzugreifen, um Präsident Nicolás Maduro zu schwächen. Von Reportern darauf angesprochen hielt sich der US-Präsident alle Optionen offen: "Ihr werdet es schon sehen."

Vergangene Woche hatte Maduro seinem US-Amtskollegen vorgeworfen, einen Umsturz anzustreben: "Die US-Regierung sollte ihren Plan eines gewaltsamen Regimewechsels in Venezuela und in ganz Lateinamerika aufgeben und die Souveränität, das Recht auf Frieden und Unabhängigkeit respektieren", erklärte Maduro in einer Fernsehansprache.

Trump wies am Freitag gegenüber Journalisten zurück, mögliche Regimewechsel-Pläne zu verfolgen: "Wir sprechen nicht darüber, sondern darüber, dass Sie eine Wahl hatten, die, gelinde gesagt, sehr seltsam war."

Damit drohen sich die Spannungen zwischen den USA und Venezuela weiter zu verstärken. Mit der Begründung, gegen regionale Drogenkartelle vorgehen zu wollen, militarisieren die USA seit Mitte August die südliche Karibik. Unter anderem entsendete die US-Regierung mehrere Kriegsschiffe mit Lenkraketen und mehr als 4.000 Soldat:innen, Aufklärungsflugzeuge sowie ein atomgetriebenes U-Boot in die Region.

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Der Regierung Maduro werfen die USA vor, direkt in den Drogenhandel verwickelt zu sein. Am 2. September hatte Trump erklärt, das US-Militär habe in internationalen Gewässern ein "aus Venezuela kommendes" Boot versenkt, das "eine Menge Drogen" in die USA schmuggeln sollte. Elf Menschen sollen dabei getötet worden sein (amerika21 berichtete).

Als Beleg veröffentlichte der US-Präsident einen Tag später ein Video, das die Explosion eines Schnellbootes zeigt. Beweise, dass es sich um einen Drogentransport gehandelt hat, blieb die US-Regierung schuldig.

Venezolanische Regierungsvertreter sprachen von einem KI-Video, internationale Rechtsexpert:innen von extralegalen Hinrichtungen, da es sich auch bei Drogenschmugglern um Zivilisten und keineswegs um militärische Ziele handelt. Laut venezolanischen Medien habe das Boot in dem venezolanischen Küstenort San Juan de Unare im östlichen Bundesstaat Sucre abgelegt und sei auf dem Weg nach Trinidad und Tobago gewesen.

Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino López meldete sich am Sonntag über die sozialen Medien aus einem Bunker und erklärte, das venezolanische Militär werde im Küstenbereich verstärkt gegen möglichen Drogenhandel vorgehen. "Niemand wird dieses Land betreten, um das zu tun, was wir tun müssen", betonte er.