Kuba bietet dem Iran Hilfe beim Wiederaufbau an

Gezielte Angriffe von USA und Israel auf medizinische Infrastruktur. Iran und Kuba wollen Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich ausbauen

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Treffen zwischen Mohammad Hossein Ayati und dem kubanischen Botschafter in Teheran
Treffen zwischen Mohammad Hossein Ayati und dem kubanischen Botschafter in Teheran

Teheran/Havanna. Kuba erklärt seine Bereitschaft, dem Iran beim Wiederaufbau von Gebäuden zu helfen, die während des von USA und Israel geführten Krieges zerstört worden sind. Das Angebot, Fachleute für den Wiederaufbau des Pasteur-Instituts in Teheran zu entsenden, hat der kubanische Botschafter in Teheran, Jorge Fernando Lefebre Nicolás, unterbreitet. Das Pasteur-Institut ist eines der führenden Forschungszentren für Impfstoffe. Das Angebot machte Lefebre bei einem Treffen mit Mohammad Hossein Ayati, einem Sonderberater des iranischen Gesundheitsministers. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Islamic Republic News Agency vergangene Woche.

Das Pasteur-Institut im Iran, eine der ältesten medizinischen Einrichtungen des Landes, hat eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung verschiedener menschlicher Pathogene in der Region gespielt und im Laufe seiner 106-jährigen Geschichte auf zahlreiche Epidemien und Pandemien reagiert. Das Institut steht seit mehr als 30 Jahren im Mittelpunkt der medizinischen Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Kuba, in deren Rahmen beide Seiten bei der Impfstoffforschung, dem Technologietransfer sowie der Bekämpfung von Epidemien zusammengearbeitet haben. Während der Covid-19 Pandemie arbeitete das iranische Institut mit dem Finlay-Institut für Impfstoffe in Kuba zusammen, um den Impfstoff "Soberana-2" herzustellen, dessen Wirksamkeit auf über 90 Prozent beziffert wurde. Neben Kuba und dem Iran erhielten auch Länder wie Venezuela, Vietnam, Syrien und Nicaragua Lieferungen des genannten Impfstoffs.

Verschiedenen Berichten zufolge haben die USA und Israel das iranische Institut zwischen dem 28. Februar und dem 2. April mehrfach angegriffen. Daher sei die Einrichtung laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation "nicht mehr in der Lage, Gesundheitsdienstleistungen zu erbringen". Der letzte Angriff auf das Institut erfolgte zwei Tage nach dem Angriff auf den Pharmakomplex "Tofigh Daru" in Teheran. Dort produziert das Land Medikamente zur Behandlung von Krebs und Multipler Sklerose.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation war der Iran mit mehr als 20 Angriffen auf seine Gesundheitseinrichtungen konfrontiert. Laut Dr. Pirhossein Kolivand, dem Leiter der Iranischen Rotkreuzgesellschaft, sind insgesamt 296 medizinische, Gesundheits- und Notfallzentren sowie 18 Rotkreuzzentren als direkte Folge der US-israelischen Angriffe "zerstört oder schwer beschädigt und aus dem Betriebszyklus genommen worden". Zudem zerstörten oder beschädigten die Aggressoren laut Dr. Kolivand bei den Angriffen drei Rettungshubschrauber und 48 Rettungsfahrzeuge, darunter Krankenwagen und Spezialfahrzeuge. Diese Angriffe auf Forschungs- und medizinische Einrichtungen sehen Fachleute als Teil des umfassenderen Krieges der USA und Israels gegen das iranische Gesundheitssystem an.

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Dr. Ameneh Dehshiri, eine in London ansässige iranische Anwältin für internationales Recht und Menschenrechte, argumentiert, dass es bei den Angriffen auf das iranische Gesundheitssystem darum gehe, die "langfristige Lebensfähigkeit von Gesellschaften" zu untergraben. Sie sagte, dass "nicht nur die Fähigkeit zur Behandlung von Krankheiten untergraben wird, sondern auch die Fähigkeit, diese zu verhindern, zu erkennen und einzudämmen, wodurch sich beherrschbare Risiken im Laufe der Zeit zu systemischen Schwachstellen entwickeln". Nach dem Statut des Internationalen Strafgerichtshofs stellt die vorsätzliche Ausrichtung von Angriffen auf medizinische Einrichtungen jeglicher Art ein Kriegsverbrechen dar.

Gleichzeitig hat die von den USA verhängte Ölblockade gegen Kuba das Gesundheitssystem des Landes an den Rand des Zusammenbruchs getrieben. US-Präsidialverordnungen haben dazu geführt, dass dem Inselstaat de facto eine "Energieverhungerung" auferlegt ist. Eine direkte Folge davon sind Stromabschaltungen, die zeitweise bis zu 20 Stunden andauern und wiederum zur Aussetzung medizinischer Behandlungen führen. Bis Ende März warteten bereits schätzungsweise 96.000 Kubaner, darunter 11.000 Kinder, auf Operationen, da die Krankenhäuser des Landes medizinische Eingriffe aufgrund begrenzter Stromversorgung und mangelnder medizinischer Ausrüstung verschieben mussten. Im Februar 2026 berichtete das kubanische Gesundheitsministerium, dass 32.880 schwangere Frauen aufgrund von Treibstoffknappheit zusätzlichen Risiken ausgesetzt waren. Im August dieses Jahres erklärte der kubanische Staatschef Miguel Díaz-Canel, dass im Land nur 30 Prozent der notwendigen Medikamente verfügbar seien.

Beim jüngsten Treffen zwischen Kuba und dem Iran erörterten beide Seiten Strategien zur Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich, insbesondere im Hinblick auf den Ausbau des Erwerbs iranischer Medikamente und medizinischer Geräte durch Kuba. Im vergangenen November unterzeichneten beide Seiten offiziell eine strategische Absichtserklärung in den Bereichen Pharmazeutika und medizinische Geräte. Im Rahmen dieser Vereinbarung würden die beiden Länder die von der jeweils anderen Seite hergestellten pharmazeutischen Produkte und medizinischen Geräte offiziell anerkennen und zulassen, wodurch der Marktzugang vereinfacht würde.