Costa Rica / Politik

Costa Rica: Präsidentin entlässt Außenminister wegen Treffen mit Trump

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Präsidentin Laura Fernández bei ihrem Staatsbesuch in Kolumbien
Präsidentin Laura Fernández bei ihrem Staatsbesuch in Kolumbien

San José. Costa Ricas Präsidentin Laura Fernández hat Außenminister Manuel Tovar entlassen, weil er sie nicht über ein angesetztes Treffen mit US-Präsident Donald Trump informiert hat. Die Präsidentin wirft ihrem ehemaligen Außenminister vor, sich selbst zum Vertreter des Landes bei der Sitzung des US-geführten Bündnisses "Schild der Amerikas" ernannt zu haben. Die Beratung der Allianz fand am Rande der UN-Generalversammlung statt, US-Außenminister Marco Rubio hatte dazu eingeladen.

Das Präsidialamt gab die Entlassung per Kommuniqué bekannt und begründete mit Nachlässigkeit. Tovar habe an der Sitzung teilgenommen, ohne der Präsidentin vorab zu informieren oder ihr seine Teilnahme mitzuteilen. Parallel zur Bündnisberatung des "Schilds der Amerikas" hatte die Präsidentin an einer bilateralen Sitzung mit ihrem Amtskollegen De la Espriella in Barranquilla teilgenommen.

"Er hätte mir diese Einladung noch am selben Tag, an dem er sie erhalten hatte, weiterleiten müssen. Dann hätte ich als Präsidentin entscheiden müssen, was zu tun ist: hingehen oder nicht hingehen, Flüge organisieren, es mit der Kolumbien-Reise verbinden. Es wäre meine Entscheidung als Präsidentin gewesen", sagte Fernández.

Die Entscheidung liege bei ihr, und niemand im Kabinett dürfe ohne ihre Zustimmung handeln. "Die Präsidentin dieses Landes bin ich", so Fernández weiter.

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Fernández entschuldigte sich öffentlich bei der US-Botschafterin Melinda Hildebrand für ihr Fehlen bei der Sitzung. Anlass war die Übergabe von US-Sicherheitsausrüstung. Die Präsidentin bekräftigte dabei die Unterstützung für das US-geführte Bündnis und sagte, es gebe Fehler, die man nicht durchgehen lassen könne.

Tovar dankte derweil Fernández in einer Erklärung auf X für die Gelegenheit, dem Land zu dienen, und wünschte ihr viel Erfolg. Auf den Vorwurf ging er nicht ein. Er hob die Bedeutung der UN-Woche hervor, nicht zuletzt wegen der Kandidatur der Costa-Ricanerin Rebeca Grynspan für das Amt der Generalsekretärin. Auch die Präsidentin unterstützt diese Kandidatur weiterhin.

Aus dem Kongress kamen Reaktionen zur Absetzung von Tovar. Nogui Acosta, Fraktionschef der Partei Souveränes Volk, stellte die Befugnis der Präsidentin bei der Kabinettsumbildung heraus. Álvaro Ramírez von der Nationalen Befreiungspartei zeigte über die Stabilität des Kabinetts besorgt, daraus seien in weniger als fünf Monaten bereits fünf Amtsträger ausgeschieden.

Tovar war schon von 2022 bis 2026 Minister für Außenhandel in der Regierung Rodrigo Chaves. Seine Entlassung erfolgte an dem Tag, an dem er die Rede Costa Ricas vor der UN-Generalversammlung halten sollte. Nach 139 Tagen im Amt ist er der Außenminister mit der kürzesten Amtszeit seit 1948.