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Jamaika holt kubanische Gesundheitskräfte zurück

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Kubanisches ärztliches Fachpersonal in Barbados als Antwort auf COVID-19
Kubanisches ärztliches Fachpersonal in Barbados als Antwort auf COVID-19

Havanna/Kingston. Jamaika hat 157 kubanische Gesundheitsfachkräfte erneut angestellt und damit trotz Drucks der USA die Zahl der Kubaner im öffentlichen Gesundheitssystem des Landes auf 200 erhöht. Das hat Gesundheitsminister Christopher Tufton am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Kingston mitgeteilt. Die Rückkehrer sind demnach bereits im Einsatz.

Die 157 Ärzte und Pflegekräfte kommen zu den 43 kubanischen Fachkräften hinzu, die nach dem Ende des Regierungsabkommens in Jamaika geblieben waren. Ihnen hatte Kingston angeboten, auf Grundlage individueller Verträge weiterzuarbeiten.

"Wir haben ihnen im Grunde ein Angebot gemacht. Wir haben gesagt, wir können die Vereinbarung nicht fortführen wie bisher, aber wenn ihr zurückkehrt und es eure Entscheidung ist, würden wir euch direkt unter Vertrag nehmen", sagte Tufton laut Jamaica Observer. "Wir sind also nah an dem Stand, auf dem wir waren." Den Fachkräften, die diese Option gewählt hätten, dankte er: "Das System braucht sie."

Zum Zeitpunkt des Bruchs lag die Zahl der kubanischen Fachkräfte nach Angaben der Zeitung bei 277. Die größte Gruppe von 69 Fachkräften wurde der Gesundheitsbehörde der Region Südost zugeteilt. 28 arbeiten in der Region West, 26 in der Region Süd und 25 am Universitätsklinikum der Westindischen Inseln (UHWI). Neun sind im Gesundheitsministerium und in der Behörde der Region Nordost tätig.

Das bisherige Kooperationsabkommen war im Februar 2023 ausgelaufen. Die kubanischen Fachkräfte arbeiteten dennoch weiter, während über einen Nachfolgevertrag verhandelt wurde. Im März dieses Jahres kündigte Jamaika an, die Zusammenarbeit auf Regierungsebene zu beenden. Kubas Regierung warf Jamaika daraufhin vor, dem Druck der USA nachgegeben zu haben.

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US-Außenminister Marco Rubio hat im Rahmen seiner Strategie des "maximalen Drucks" gegen Kuba seit Jahresbeginn auf ein Ende der bilateralen Verträge hingewirkt und medizinische Einrichtungen in Kuba sanktioniert. Rubio sprach auch direkt mit mehreren Regierungen, um diese zu drängen, die medizinische Kooperation mit Kuba aufzugeben, und drohte mit Sanktionen. Im Falle Jamaikas fand auch ein direktes Gespräch zwischen Rubio und Premierminister Andrew Holness statt.

In der Folge kündigten zahlreiche Staaten ihre Abkommen mit Kuba, darunter Honduras, Guatemala, Antigua und Barbuda, Dominica, Guyana sowie St. Vincent und die Grenadinen. Andere Länder, etwa Mexiko und mehrere Golfstaaten, halten daran fest. Die medizinische Kooperation zwischen Kuba und Jamaika ist eine der ältesten derartigen Vereinbarungen und besteht bereits seit 1976.

Die Direktverträge scheinen nun Rubios Strategie bislang erfolgreich zu unterlaufen. Neben Jamaika nutzen inzwischen auch andere Länder diese Möglichkeit, etwa die italienische Region Kalabrien und Uruguay (amerika21 berichtete).

Der Export von medizinischen Dienstleistungen ist eine wichtige Devisenquelle für Kuba. Obwohl bis zur Hälfte der vereinbarten Gehälter an das kubanische Gesundheitsministerium fließen, sind die Löhne für die Fachkräfte deutlich höher als im Land, weshalb die Arbeit auf Auslandsmissionen attraktiv ist. Aus Kalabrien berichteten kubanische Ärzte im Juli der Nachrichtenagentur Associated Press, dass dies auch mit den Individualverträgen so gehandhabt werde. "Wir alle kennen die wirtschaftliche Lage Kubas. Es ist ein Beitrag, den wir freiwillig leisten, weil Kuba uns ausgebildet und zu Ärzten gemacht hat", sagte eine dort eingesetzte Ärztin.