Das Europakommando der Vereinigten Staaten (EUCOM) hat am Mittwoch die "Beschlagnahmung" des Handelsschiffs Bella 1 in internationalen Gewässern des Nordatlantik bekannt gegeben. Die US-Marine verfolgte den Tanker unter russischer Flagge seit letztem Monat, nachdem er versucht hatte, eine einseitig erklärte US-Blockade gegen sanktionierte Öltanker rund um Venezuela zu umgehen, informierte das Kommando EUCOM mit Hauptsitz in Stuttgart auf X.
Das russische Außenministerium kritisierte gleichentags das Entern des Tankers Marinera, zuvor als Bella 1 registriert, scharf und forderte die USA auf, die Sicherheit und sofortige Rückkehr seiner Staatsbürger zu garantieren.
Ebenfalls am Mittwoch gab die US-Ministerin für Innere Sicherheit, Kristi Noem, bekannt, dass die US-Streitkräfte auch die Kontrolle über den Öltanker Sophia in der Karibik übernommen haben. Das US-Finanzministerium führt seit Jahren eine Liste von Tankschiffen aus Ländern wie Venezuela, Russland oder Iran, die gemäß ihren Rechtsvorschriften beschlagnahmt werden können.
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Seit Jahresbeginn haben etwa ein Dutzend mit venezolanischem Rohöl beladene Öltanker die Gewässer des südamerikanischen Landes verlassen und sich damit offenbar über die einseitig erklärte Exportblockade der US-Regierung hinweggesetzt, wie der unabhängige Online-Dienst Tanker Trackers gegenüber Reuters berichtete.
Gemäß den Bestimmungen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen von 1982 unterliegt die Hohe See dem Grundsatz der Freiheit der Schifffahrt, und kein Staat hat das Recht, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäß unter der Gerichtsbarkeit anderer Staaten registriert sind.
