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Klimakrise: Südmexikos Bäuerinnen schlagen Alarm

Anhaltende Dürren bedrohen Ernte. Bäuerinnern warnen vor Nahrungsmittelkrise und fordern Notfallmaßnahmen

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"Die Stimme erheben ist Leben verteidigen": Bäuerinnen aus indigenen Regionen Südmexikos informieren über komplettem Ernteverlust
"Die Stimme erheben ist Leben verteidigen": Bäuerinnen aus indigenen Regionen Südmexikos informieren über komplettem Ernteverlust

Oaxaca de Juárez. Bäuerinnenorganisationen in den südmexikanischen Bundesstaaten Oaxaca und Guerrero machen auf einen annähernd kompletten Ernteausfall in der Regenzeit aufmerksam. In einem Appell forderten sie die Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum auf, die beiden Bundesstaaten zur Notfallzone zu erklären.

Laut Nancy Solano, der Sprecherin des Netzwerks der Gemeindeland-Frauen des Staates Oaxaca, gingen 93 Prozent der Maiskulturen durch die anhaltende Dürre verloren. Die mixtekische Indigene warnt vor einer Nahrungsmittelkrise in den ärmsten Ortschaften, die hauptsächlich Subsistenzwirtschaft betreiben. Dieser Anbau für den eigenen Familienverbrauch, verbunden mit dem Erhalt von lokal angepasstem Saatgut, sicherte bisher das Überleben von mehreren Millionen Kleinbauernfamilien.

Auch im benachbarten Guerrero ist Mais die am stärksten betroffene Pflanze, betont das Netzwerk der Landwirtinnen (REMA). Andere Kulturpflanzen wie Kürbis und Erdnüsse leiden ebenfalls unter der Dürre. Auf dem trockenen Boden verkümmern die Pflanzen und entwickeln kaum Früchte. Auch der Erhalt des traditionellen Saatguts ist gefährdet.

Adriana Paz, Vorsitzende von REMA, erklärte, sie hätten angesichts der ernsten Lage um ein Gespräch mit der Leiterin des Ministeriums für ländliche Entwicklung (SADER), Columba López Guetiérrez, gebeten. Paz möchte der Ministerin ein Programm zur Bewältigung der Dürre unter Berücksichtigung der Geschlechterperspektive vorschlagen.

"Die Frauen sind verzweifelt, denn wer das Geld hat, wird Lebensmittel einkaufen, aber was sollen diejenigen, die kein Geld haben, machen? Wie soll diese Frau ihre Kinder und sich selbst ernähren?", fragen die Organisationen der Landwirtinnen. Der Mangel an Mais werde zudem zu einem erheblichen Preisanstieg bei Tortillas führen, die zu den Grundnahrungsmitteln gehören.

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"Wir stehen vor einer Klimakrise, die nicht nur die Ernten bedroht, sondern auch die Existenzgrundlage der Familien und das Leben in unseren Dörfern", erklären die Bäuerinnen. Die anhaltende Dürre habe eine ähnliche Zerstörungskraft wie ein Hurrikan, nur schleichend. "Sie zerstört innerhalb weniger Monate das, was uns am Leben hält: die Maisfelder, das Wasser, das Saatgut und die Ernährungssicherheit Tausender Familien".

Der Dürre-Monitor der mexikanischen Wasserbehörde Conagua zeichnet die Katastrophe für die Landwirtschaft nach. Mitten in der Regenzeit weiten sich die Dürregebiete von Chiapas und Quintana Roo in Richtung Oaxaca, Guerrero und Puebla aus. Die Landwirtschaftsbehörden von Guerrero bestätigten, dass in 82 von 85 Gemeinden des Bundesstaates außerordentliche Trockenheit herrsche.

Die durch das Wetterphänomen El Niño zusätzlich verstärkte Dürre sowie Hitzewellen werden noch bis 2027 anhalten, warnen Meteorologen. Auch außergewöhnlich starke Hurrikane sind nicht ausgeschlossen. "Die Frage ist nicht nur, wie viel Regen es geben wird, sondern wer über die Mittel verfügt, um mit den Folgen umzugehen, wenn der Regen ausbleibt oder in extremer Form eintrifft", betonte Carolina Ureta Sánchez vom Institut für Atmosphärenwissenschaften und Klimawandel (ICAyCC) der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM).

Ureta Sánchez schlug vor, Wetter-Frühwarnsysteme einzurichten und Informationen an Maisbauern und -bäuerinnen in besonders vulnerablen Bundesstaaten wie Oaxaca und Guerrero weiterzuleiten, damit diese entscheiden können, welches Saatgut sie wann aussäen können.

Mexikos Regierung will eigentlich die Ernährungssouveränität des Landes ausbauen (amerika21 berichtete). Seit der Unterzeichnung des Freihandelsvertrags NAFTA Mitte der Neunzigerjahre geriet Mexiko zunehmend in Abhängigkeit von der stark subventionierten Agrarindustrie der USA. Inzwischen importiert Mexiko über die Hälfte der rund 50 Millionen Tonnen Jahresbedarf Mais vom nördlichen Nachbarn, wobei der US-Gentech-Mais größtenteils als Tierfutter verwendet wird. Aufgrund der starken Anfälligkeit der kleinbäuerlichen Landwirtschaft für die klimabedingten Verwerfungen ist es Mexiko bisher nicht gelungen, diese Abhängigkeit zu reduzieren.