Hildegard Stausberg ist sicher nicht zu beneiden. Die Lateinamerika-Autorin der Springer-Tageszeitung "Die Welt" muss es fast täglich schaffen, die populären linken Reformregierungen in Südamerika als Volksfeinde zu diffamieren. Zweifelhaft, ob ihr das Mitte Januar in einem ihrer jüngsten Artikel gelungen ist. Dort schreibt sie über Venezuelas Präsident Hugo Chávez, dieser habe "bisher alle Angriffe der Opposition überstanden".
Kurz darauf heißt es in dem Text zu der geplanten Aufhebung der Beschränkung der Amtszeiten politischer Amtsträger: "Durch ein Referendum will Chávez am 15. Januar erneut versuchen, den Weg für eine praktisch unbegrenzte Amtszeit zu ebnen."
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Praktisch unbegrenzt – das heißt also, die venezolanische Bevölkerung wird Chávez "praktisch unbegrenzt" wählen, wenn sie nur die Möglichkeit dazu hat.
Eigentlich eine sehr demokratische Sache. Fragwürdig nur, ob Strausberg, die schon mal gerne mit kolumbianischen Militärs ihr Podium teilt, diese Botschaft verbreiten wollte.
