Washington/Caracas. Die US-Regierung hat das Kopfgeld für Informationen zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am 7. August auf 50 Millionen US-Dollar verdoppelt. Washington wirft Maduro unter anderem Drogenhandel und Korruption vor. Das Kopfgeld ist Teil einer Anklage der US-Justiz, die den Staatschef und mehrere Mitglieder seiner Regierung beschuldigt, große Mengen Kokain in die Vereinigten Staaten geschmuggelt zu haben.
Die Ankündigung aus den USA hat umgehend heftige Reaktionen in Lateinamerika ausgelöst. Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino López wies die Vorwürfe entschieden zurück. Er erklärte, die venezolanischen Streitkräfte seien entgegen der Vorwürfe "ein Bollwerk gegen den Drogenhandel" und hätten wiederholt Operationen durchgeführt, um Drogenschmuggel zu verhindern. "Venezuela ist kein Drogenkorridor, im Gegenteil, wir sind eine Mauer gegen den internationalen Drogenhandel", sagte Padrino López.
Auch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum reagierte. Sie wies Berichte entschieden zurück, wonach Maduro angeblich Verbindungen zu mexikanischen Drogenkartellen unterhalte. "Diese Behauptungen entbehren jeder Grundlage und sind Teil einer Kampagne gegen die Regierung Venezuelas", erklärte Sheinbaum. Sie forderte die US-Regierung auf, Beweise für die "unhaltbaren" Anschuldigungen vorzulegen.
Kuba schloss sich der Kritik an. Das Außenministerium in Havanna bezeichnete die US-Belohnung als "betrügerisch und politisch motiviert". Kuba wies darauf hin, dass die Vereinigten Staaten seit Jahren versuchen, die venezolanische Regierung zu destabilisieren. "Dies ist ein weiterer Akt der Aggression gegen ein souveränes Land", hieß es aus dem Ministerium.
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US-Justizministerin Pam Bondi erklärte hingegen, Maduro stehe im Zentrum eines internationalen Drogennetzwerks um das Cartel de los Soles, das Tren de Aragua und das mexikanische Cartel de Sinaloa und stelle eine direkte Gefahr für die nationale Sicherheit der USA dar. Im Zuge dessen hätten US-Einsätze rund 30 Tonnen Kokain sowie über 700 Millionen US-Dollar Vermögenswerte beschlagnahmt.
Die US-Justizvorwürfe gegen Maduro sind nicht neu. Bereits 2020 haben die Vereinigten Staaten Anklage wegen "Narko-Terrorismus" gegen den Präsidenten und hochrangige Regierungsmitglieder erhoben. Damals war ebenfalls eine Belohnung in Millionenhöhe für Hinweise auf Maduro ausgesetzt worden. Caracas hat diese Anschuldigungen stets als politisch motivierte Kampagnen zurückgewiesen.
Die neue Eskalation kommt in einer Phase angespannter Beziehungen zwischen Washington und Caracas. Die USA erkennen den wiedergewählten Präsidenten Maduro nicht an und unterstützen stattdessen Oppositionspolitiker, die einen Regierungswechsel anstreben. Sanktionen der USA haben Venezuelas Ölsektor und Finanzsystem schwer belastet, was die ohnehin tiefe Wirtschaftskrise des Landes verschärft hat. Das neue "Kopfgeld" soll die internationale Isolation vertiefen.

