Quito/Bogotá. Der Fischer Andrés Fernando Tufiño, der am vergangenen Donnerstag den Angriff von US-Marines auf ein vermeintliches Drogenboot überlebt hat, ist von der Justiz in Ecuador für unschuldig befunden worden. Bei dem Angriff wurden zwei Menschen getötet, zwei überlebten verletzt. Nach Medienberichten gäbe es "keine Beweise" für eine Straftat. Tufiño wurde nach der Entlassung aus dem Krankenhaus freigelassen.
Der Nachrichtensender telesur sah mit der Freilassung die Darstellung der Regierung von Donald Trump "infrage gestellt", die die Besatzung des Bootes als "Drogenterroristen" bezeichnete. Die Freilassung offenbare "rechtliche Schwächen in der Rechtfertigung dieser Angriffe, bei denen die Opfer ohne ausreichende Beweise als Kriminelle dargestellt werden".
El País schrieb, es gäbe "keine Hinweise", dass Tufiño "auf ecuadorianischem Gebiet Straftaten begangen hat" und er ist nicht vorbestraft. Allerdings weise der Mann eine "ungewöhnliche Migrationsgeschichte auf", habe mehr Ankünfte in Ecuador als Ausreisen, sei seit 2018 "mindestens viermal in Mexiko gewesen" und vergangenes Jahr aus den USA abgeschoben worden.
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In der Provinz Esmeraldas, im Grenzgebiet zu Kolumbien, ist der Fischfang ein wichtiger Wirtschaftszweig, aber die Region sei auch vom Drogenhandel betroffen, hieß es weiter in den Medien.
Der zweite Überlebende des US-Angriffs, der kolumbianische Staatsbürger Jesison Obando Pérez, wurde schwer verletzt. Nach Medienberichten ist er an "lebenserhaltende Maßnahmen" angeschlossen, hat bei der Attacke der Marines ein Schädeltrauma erlitten und wurde nach Zerstörung des Schiffes von den Marines aus dem Wasser geholt. Kolumbiens Innenminister Armando Benedetti bestätigte, dass Pérez zurück in Kolumbien ist und "wegen mutmaßlichen Drogenhandels angeklagt wird." Ein "ordnungsgemäßes Verfahren" soll beginnen, sobald dies sein Gesundheitszustand zulasse.

