Lateinamerika-Redakteur André Scheer verstorben

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Der Journalist und Autor André Scheer ist verstorben
Der Journalist und Autor André Scheer ist verstorben

Berlin. Der Autor und Journalist André Scheer ist tot. Er verstarb überraschend am Donnerstag in Berlin. Dies teilte die Tageszeitung junge Welt unter Berufung auf die Familie am Freitag mit. André Scheer war Autor verschiedener Bücher über Lateinamerika und schrieb vor etlichen Jahren auch vereinzelt Artikel für amerika21.

Der deutsche Journalist wurde am 30. März 1972 in Hamburg in einer politisierten Familie geboren und verfasste schon früh Artikel für die DKP-Zeitung "Unsere Zeit". Seit Jahrzehnten beschäftigte er sich mit Lateinamerika.

Auf dem Kontinent lag ihm insbesondere die Entwicklung in Venezuela am Herzen. 2004 erschien sein Buch "Kampf um Venezuela", das als eines der ersten deutschsprachigen Bücher über den Prozess der bolivarianischen Revolution und über den Putschversuch gegen Hugo Chávez im April 2002 berichtete. 2006 folgte mit "7 Tage im August" ein Buch über die Weltfestspiele der Jugend, die ein Jahr zuvor vom 7. bis 15. August in dem südamerikanischen Land stattgefunden hatten. Tausende Jugendliche aus aller Welt waren damals dem Aufruf des Weltbundes der Demokratischen Jugend gefolgt, um sich selbst ein Bild vom Prozess der gesellschaftlichen Veränderungen in Venezuela zu machen.

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2013 folgte mit "Venezuela. Reportage aus der Revolution" ein weiteres Buch über Venezuela, erschienen im Januar 2013, kurz vor dem Tod von Hugo Chávez am 5. März 2013. 2019 erschien von ihm im Papyrossa Verlag das Buch "Che Guevera". In dem Buch ging André Scheer insbesondere auf die politischen Positionen des weltbekannten Revolutionärs ein. In der Vorstellung des Buches im Papyrossa Verlag heißt es: "Warum also ein weiteres Buch über ihn? Meist erscheint er als idealistischer Abenteurer und heroische Kultfigur, doch über seine politischen Ideen und Überzeugungen ist erstaunlich wenig bekannt. Diese Lücke schließt das Buch von André Scheer. Dabei geht es weniger um die Anekdoten, die über Che kursieren, sondern in erster Linie um seine politischen Positionen und deren Entwicklung im biografischen und zeitgeschichtlichen Kontext. Zu fragen gilt es zudem, was er uns mit seinen Analysen heute noch zu sagen hat."

Für das Buch "Diego Maradona-In den Farben des Südens" von Glenn Jäger steuerte André Scheer ein Kapitel über Venezuela und Maradona bei. Der Fußballstar unterstützte direkt an der Basis den Wahlkampf für Hugo Chávez.

Auch beruflich war André Scheer direkt mit Venezuela verbunden. Er arbeitete seit 2004 bei der venezolanischen Botschaft und von 2009 bis 2019 bei der Tageszeitung junge Welt, ab 2011 als Leiter des Ressorts Außenpolitik. Ab 2019 war er in der Gewerkschaft ver.di tätig, zunächst als Sekretär im Bundesfachbereich Handel. Zuletzt arbeitete der gebürtige Hamburger bei ver.di im Bereich Maritime Wirtschaft.