Buenos Aires. Am 23. April hat die argentinische Regierung unter Präsident Javier Milei eine Zugangssperre zum Präsidentenpalast Casa Rosada für alle bislang akkreditierten Journalisten verhängt, deren Zugangsberechtigungen via Fingerabdruck zeitgleich aus dem Zugangssystem entfernt wurden. Die Regierung begründet die Maßnahme mit der angeblichen russischen Unterwanderung der Presse, die im Zentrum von Ermittlungen steht, sowie mit einem Spionagevorwurf gegen zwei Journalisten des Privatfernsehsenders Todos Noticias (TN). Journalistenverbände sehen in der Zugangssperre eine Fortführung des Krieges der Regierung gegen die Medien.
Die Zugangssperre folgte einen Tag nachdem das Casa Militar Strafanzeige gegen die TN Journalisten Luciana Geuna und Ignacio Salerno erstattet hatte. Die Anklage spricht von Straftaten gegen die nationale Sicherheit und führt die angebliche Offenlegung politischer und militärischer Geheimnisse an, die als Teil der Sendung "Y mañana qué?" ausgestrahlt worden sein sollen. Die Regierung behauptet, dass diese Aufnahmen heimlich und ohne Genehmigung gemacht worden seien, während das Casa Militar argumentiert, dass die Aufnahmen vertrauliche Sicherheits- und Überwachungssysteme zeigten.
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Pressevertreter vom argentinischen Journalistenforum (Fopea) und dem Journalistenverband der argentinischen Republik verurteilten die Maßnahme und forderten die Regierung zur sofortigen Aufhebung auf. In seiner Stellungnahme spricht das Fopea von einem unverhältnismäßigen und ungerechtfertigten Schritt, der den Zugang zu Informationen massiv einschränkt und nicht den Grundsätzen entspricht, die ein demokratisches System bestimmen.
In der lokalen Presse wird das Zugangsverbot dabei als eine weitere Eskalation im Konflikt des Präsidenten gegen Presse und Medienvertreter gewertet. Unter dem Slogan "Wir hassen Journalisten nicht genug" wettert Milei seit 2024 gegen die Medien. In einem Beitrag auf dem Netzwerk X (ehemals Twitter) nannte Milei die beiden involvierten Journalisten "widerlichen Abschaum" und "95 Prozent aller akkreditierten Journalisten" als "dreckige Müllstücke."

