Bridgetown. Die Premierministerin von Barbados, Mia Amor Mottley, hat die Parlamentswahl klar gewonnen und sich eine dritte Amtszeit gesichert. Bei der Abstimmung am vergangenen Mittwoch erhielt ihre Partei, die Barbados Labour Party (BLP), 71 Prozent der Stimmen und errang alle 30 Sitze im Parlament des Karibikstaates. Bereits einen Tag nach der Wahl wurde Mottley von Präsident Jeffrey Bostic vereidigt.
Mottley sprach von einem klaren Auftrag der Wähler, den eingeschlagenen politischen Kurs fortzusetzen. "Unsere Mission besteht in erster Linie darin, die Armut zu bekämpfen und Ungerechtigkeiten zu beseitigen, wo immer sie bestehen, um Chancen für die Menschen zu schaffen", verkündete sie bei ihrer Siegesrede. Mottley setzt zudem auf eine starke Zusammenarbeit mit Kuba. Sie verteidigt die medizinischen Brigaden, die andere Länder unter dem Druck der USA beenden (amerika21 berichtete).
Die Stamford Advocate betont die historische Dimension von Mottleys drittem Wahlsieg. Die Premierministerin ist seit 2018 im Amt, und die BLP errang auch bei den beiden vorherigen Wahlen sämtliche Mandate. Dieses sogenannte "Clean Sweep"-Ergebnis unterstreicht die derzeitige Dominanz der BLP im politischen System des Inselstaates. Die junge Welt ordnet den Wahlausgang als Votum für Kontinuität ein. Barbados setze in einer Phase globaler Unsicherheiten auf politische Stabilität und vertraue auf die erfahrene Führung Mottleys.
Sie schätzen unsere Berichterstattung?
Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik. Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.
Mit rund 41 Prozent lag die Wahlbeteiligung etwa so hoch wie bei den letzten Wahlen 2022. Laut dem Politologen Peter Wickham sind diese Zahlen jedoch unrealistisch. Die von den Wahlbeamten gemeldete Zahl der Wahlberechtigten, 267.000, sei fast so hoch wie die Gesamtbevölkerung. Die Liste der Wahlberechtigten müsse gegebenenfalls geprüft und aktualisiert werden.
Auch in der internationalen Politik fand die Wahl Beachtung. Mottley erhielt sowohl aus der Region als auch der restlichen Welt zahlreiche Glückwünsche. Kamla Persad-Bissessar, Premierministerin von Trinidad und Tobago, nannte das Ergebnis "einen Meilenstein". EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommentierte in Richtung Mottley: "Sie zeigen immer wieder, was es bedeutet, sich für Ihr Volk einzusetzen […]. Das ist wirklich inspirierend". Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed Ali wünschte der wiedergewählten Premierministerin "viel Erfolg bei der Förderung des Wohlstands und des Wohlergehens der barbadischen Bevölkerung".

