Venezuela / Soziales

Nachbeben erschüttert Krisenregion in Venezuela

Bereits mehrere Nachbeben. Zahlen über Opfer und Schäden steigen. Versorgung mit internationaler Hilfe

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Aus dem Land und international läuft die Hilfe nach dem schweren Erdbeben an
Aus dem Land und international läuft die Hilfe nach dem schweren Erdbeben an

Caracas. Ein neuerliches Erdbeben der Stärke 4,2 auf der Richterskala, 4,6 laut dem geologischen Dienst der USA, hat am Montag den Norden Venezuelas erschüttert. Die gleiche Region war letzten Mittwoch von einem verheerenden Doppelbeben innerhalb von 40 Sekunden verwüstet worden. Das jüngste Nachbeben, dessen Epizentrum zehn Kilometer östlich der Stadt La Guaira lag, scheint aber keine größeren Schäden oder Opfer verursacht zu haben. Insgesamt hat es bisher über 600 kleinere Nachbeben gegeben, von denen die meisten kaum spürbar waren.

Die Zahl der Opfer der großen Beben von vergangener Woche ist bis Montagabend (mitteleuropäischer Zeit) nach Angaben der venezolanischen Regierung auf 1.719 Tote und rund 5.000 Verletzte angestiegen. Am stärksten von den Beben betroffen waren der nördliche Bundesstaat La Guaira und die Hauptstadt Caracas. Laut Angaben des Parlamentspräsidenten Jorge Rodríguez vom Sonntag wurden 774 Gebäude schwer beschädigt, davon seien 189 komplett eingestürzt.

Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA schätzte indes aufgrund von Satellitenbildern die Anzahl der beschädigten Gebäude deutlich höher auf fast 59.000 – mit der einschränkenden Bemerkung, dass diese Angaben "vorläufig" seien und nicht vor Ort verifiziert wurden.

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Wie Rodríguez mitteilte, befinden sich inzwischen über 2.600 internationale Helfende mit 137 Suchhunden, 49 spezialisierten Fahrzeugen und rund 85 Tonnen Material im Land. Etwa 30 Länder haben Personal oder Hilfslieferungen nach Venezuela geschickt, darunter auch das sozialistische Kuba, das selbst angesichts der immer schärferen Blockade der USA unter einer zunehmend prekären Krisensituation leidet. Am Montag traf bereits das zweite kubanische Rettungsteam in Venezuela ein.

Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez kündigte indes die Einrichtung von zwei Sonderkommissionen an. Die eine soll stehen gebliebene Gebäude auf ihre Bewohnbarkeit hin untersuchen, die andere beschäftigt sich mit der Planung und Koordination der Unterbringung obdachlos gewordener Familien.

Inzwischen hat Venezuelas Regierung 15 Notunterkünfte in La Guaira und 50 weitere im Großraum Caracas eingerichtet, wo Menschen vorläufig untergebracht werden können, die ihre Häuser oder Wohnungen verloren haben. In der Region La Guaira sei die Stromversorgung bis Montag zu 90 Prozent wiederhergestellt worden.