Buenos Aires. Tausende Studierende und Lehrende sowie Verwaltungsangestellte der Universität von Buenos Aires haben am Donnerstag gegen Kaufkraftverlust und verspätete Lohnzahlungen protestiert. Zu dem Protest hatten verschiedene Gewerkschaften, der Studierenden-Dachverband Fuba und die Fachschaften der Fakultäten sowie die Leitung der größten und forschungsstärksten Universität des Landes aufgerufen.
Die Universidad de Buenos Aires (UBA) hat rund 300.000 Studierende und erbringt ca. 30 Prozent der Forschungsleistung in Argentinien. Fokus des Protests waren die von der Regierung Milei seit Dezember 2023 verhängten Haushaltskürzungen, unter denen alle Nationaluniversitäten und besonders die UBA leiden.
Dem Straßenprotest folgte ein Generalstreik, der am Freitag stattfand und verschiedene UBA-Fakultäten lähmte. Es war der Abschluss einer Aktionswoche, mit der die Gewerkschaften versuchen, Proteste zu vereinen und den "Universitätskonflikt" wieder stärker auf der politischen Agenda zu platzieren. Denn trotz der massiven Proteste im vergangenen Jahr, die in der landesweiten Mobilisierung von rund 800.000 Menschen am 23. April kulminierte, hält die Regierung Milei an ihrem Kurs fest. Milei entzieht den öffentlichen Universitäten die Mittel und passt die Gehälter nur verzögert und unzureichend an.
"Mit den Gehaltskürzungen zehrt Milei die öffentlichen Universitäten aus. Es kommt zum Exodus der Dozenten, die sich andere Jobs suchen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern", sagte Laura Carboni, Generalsekretärin der Dozentengewerkschaft der UBA. Nach Angaben der Gewerkschaft wird der Kaufkraftverlust der Universitätsprofessoren während Mileis 17-monatiger Amtszeit auf durchschnittlich 34 Prozent geschätzt. "Es herrscht große Wut über diese Regierung", sagte Carboni, "mehrere Gehaltsgruppen liegen inzwischen unterhalb der Armutsgrenze".
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Laut der NGO Fundar zielen die Maßnahmen der Regierung darauf, mit der Verknappung der Mittel an öffentlichen Universitäten die Situation von privaten Hochschulen zu begünstigen. Dort übersteigen die Gehälter trotz des insgesamt gesunkenen Lohnniveaus nun oft die Gehälter an staatlichen Einrichtungen, was die Abwanderung von qualifiziertem Personal stimuliert.
Jorge Anró, stellvertretender Sekretär der argentinischen Gewerkschaft der Universitätsangestellten, erklärte: "Die Lage ist wirklich desaströs, es geht uns noch schlechter als 2024. Die Inflation übersteigt Monat für Monat die Gehaltsanpassungen, Stipendien für Studierende sind eingefroren, Wissenschafts- und Forschungsprogramme werden nicht verlängert, und der Betriebshaushalt ist seit Mai letzten Jahres eingefroren."
Weiter erklärte er: "Es ist unsere Pflicht, in Buenos Aires und im ganzen Land auf die Straße zu gehen, um der Regierung klarzumachen, dass ein starkes und entwickeltes Land ohne eine Universität auf Augenhöhe unmöglich ist. Wir sagen den Menschen, dass die Universität ihnen gehört, dass sie ihre Zukunft ist und die Hoffnung auf ein Kind darstellt, das im Leben vorankommt. Einem Volk diese Hoffnung zu nehmen, bedeutet, ihm alles zu nehmen."
Agostina Olivera, Präsidentin der sozialwissenschaftlichen Fachschaft an der UBA, betont: "Wir kehren auf die Straße zurück, um die Regierung Milei und die Gesellschaft als Ganzes daran zu erinnern, dass dieser Konflikt nicht vorbei ist."

