Bogotá. Die regionale Umweltbehörde (CAR) des Departamentos Cundinamarca hat im Konflikt um lokale Wasserquellen zwischen der Coca-Cola-Abfüllfirma Indega S. A. und der Bevölkerung der Gemeinde La Calera in der Nähe von Bogotá zugunsten der Letzteren entschieden. Statt wie seit 40 Jahren sieben Wasserquellen zu nutzen, darf die Produktionsfirma von Coca-Cola nun vier Wasserquellen nutzen. Zudem sind die Nutzungsrechte auf die kommenden fünf Jahre verlängert. Die Verlängerung erfolgte bislang jedes Mal für zehn Jahre.
Den offiziellen Berichten von Indega zufolge füllte der Konzern 3,23 Liter Wasser pro Sekunde (rund 279.000 Liter pro Tag) ab. Dafür zahlt Indega monatlich 400.000 kolumbianische Pesos (knapp 100 Euro). Gleichzeitig verschlechterte sich die Wasserversorgung der umliegenden Gebiete von Jahr zu Jahr.
Selbst während der Dürre im Jahr 2024 (amerika21 berichtete), als in den umliegenden Siedlungen und auch in Bogotá Wasser rationiert wurde, lief die Abfüllung von Trinkwasser ohne Unterbrechung weiter. Daraufhin kam es zu Protesten und Beschwerden. Neben der Übernutzung wurden dabei Bauarbeiten in Schutzgebieten sowie mutmaßliche Verstöße gegen Ausgleichspläne für die Gemeinde gemeldet.
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Die zahlreichen Proteste veranlassten die CAR dazu, die nach Ablauf der alten Konzession anstehende Neugenehmigung gründlich zu prüfen. Unterdessen füllte Indega ohne Genehmigung weiter ab. Einheimische, die die Aktivitäten des Konzerns kritisierten, erhielten in dieser Zeit Morddrohungen (amerika21 berichtete).
Neben der zeitlichen Nutzungsbeschränkung auf fünf Jahre und der Reduzierung auf vier Wasserquellen darf die Coca-Cola-Abfüllfirma statt 3,23 nur noch 1,9 Liter pro Sekunde entnehmen. Der Konzern muss sowohl die monatlich entnommenen Wassermengen melden als auch die Abfüllung bei Trockenheit oder sonstiger Rationierung begrenzen oder herunterfahren. Indega muss zudem 53 Hektar Land erwerben und dort Maßnahmen zur Renaturierung und zum Umweltschutz durchführen sowie Studien und Bauarbeiten für ein alternatives Versorgungssystem in Auftrag geben, um die derzeit genutzten Quellen zu entlasten.

