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Kolumbiens Präsident Petro will Ecuadors Präsident Noboa anzeigen

Noboa wirft Petro Nähe zur Mafia vor. Petro weist Vorwürfe zurück und verstärkt Grenzschutz

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Die Grenzübergänge zwischen Ecuador und Kolumbien sind stark genutzt, so auch hier in Rumichara
Die Grenzübergänge zwischen Ecuador und Kolumbien sind stark genutzt, so auch hier in Rumichara

Bogotá/Quito. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hat eine Strafanzeige wegen Verleumdung gegen seinen ecuadorianischen Amtskollegen Daniel Noboa angekündigt. Noboa hatte im Interview mit der kolumbianischen Zeitung Semana gesagt, dass Petro "mit der Mafia Merengue tanzt".

Das ecuadorianische Regierungsoberhaupt warf Kolumbien zudem vor, die Kontrolle über Teile der Grenzregion verloren zu haben. Dadurch könnten bewaffnete Gruppen, Drogenhandel und illegale Strukturen ungehindert operieren und auch nach Ecuador ausstrahlen, so Noboa. Er deutete auch an, dass Petro sich während eines Aufenthalts in Ecuador im Umfeld des ecuadorianischen Drogenbosses José Adolfo Macías, auch als "Fito" bekannt, bewegt habe. Belege hat er dafür nicht gezeigt. Darüber hinaus kritisierte er wirtschaftliche Aspekte der bilateralen Beziehung, darunter Handelsungleichgewichte und frühere Energieabkommen, die aus seiner Sicht unfair gewesen seien.

Petro wies alle Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als unbegründet. Die Regierung von Kolumbien hat angesichts der eskalierenden diplomatischen und wirtschaftlichen Spannungen mit Ecuador eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen in den Grenzregionen angekündigt. Zu den beschlossenen Maßnahmen gehört die Entsendung von 200 zusätzlichen Polizeikräften und 270 Soldaten. Zudem werden die maritimen und fluvialen Kapazitäten ausgebaut, um insbesondere den Drogenhandel effektiver zu bekämpfen.

Die Maßnahmen erfolgen auf Anweisung von Präsident Petro und zielen darauf ab, die territoriale Kontrolle in den Grenzgebieten zu stärken. Auch spezialisierte Militäreinheiten werden verstärkt eingesetzt, während Überwachungssysteme wie Kameratechnik in Grenzgemeinden ausgebaut werden. Zusätzlich wurde die Patrouille des Schiffes "ARC 20 de Julio", der größten in Kolumbien gebauten Einheit, hervorgehoben. Das Schiff operiert im Pazifik und war kürzlich an der Sicherstellung von 2,4 Tonnen Drogen beteiligt. Ergänzt wird der Einsatz durch weitere Küsten- und Flussboote sowie gepanzerte Einheiten zur besseren Mobilität der Truppen.

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Die Regierung betont, dass diese Maßnahmen darauf abzielen, kriminelle Gruppen daran zu hindern, durch Aktivitäten wie Drogenhandel, illegalen Bergbau, Erpressung und Schmuggel die Sicherheitslage in den Grenzregionen weiter zu verschlechtern.

Auf die Frage, ob Noboa zu einem Dialog mit Petro bereit sei, sagte dieser: "Hier gibt es nichts mehr zu besprechen." Zudem erklärte er gegenüber Semana: "Es ist mir eine Freude, das kolumbianische und das ecuadorianische Volk über die tatsächliche Lage zu informieren. Ich verwende nicht den Begriff eines Handelskriegs, denn den Kolumbianern wurde kein Krieg erklärt. Der Krieg wurde dem Drogenhandel erklärt, der Gewalt; der Krieg wurde der organisierten Kriminalität, dem Schmuggel und dem illegalen Bergbau erklärt."

Ecuador hatte zuletzt die Zölle auf Waren aus Kolumbien erhöht (amerika21 berichtete) und gemeinsame Militäroperationen mit den USA gegen mutmaßliche Drogenbanden durchgeführt (amerika21 berichtete). Dabei kam es mehrfach zu Skandalen, weil die mutmaßlichen Drogenhändler einfache Bauern waren (amerika21 berichtete). In Kolumbien hingegen positioniert sich die linke Regierung kritisch gegenüber der Politik von US-Präsident Donald Trump. Auch bei den letzten Wahlen hatte die linke Partei von Petro eine Mehrheit sichern können (amerika21 berichtete).