Panama-Stadt. Zu Pferd und zu Fuß haben in Panama Hunderte Bauern in El Limón am Fluss Río Indio gegen das Projekt eines neuen Stausees protestiert. Auf der Demonstration im Bezirk Chagres erklärten sie, sie wollten für den Betrieb des Panamakanals ihr Land nicht verlassen. Für Olegario Cedeño, Sekretär der Bauernkoordination "Für das Leben, gegen Stauseen", zeigte die Mobilisierung am Samstag die Ablehnung des Projekts durch die Bevölkerung. Cedeño sagte, das aktuelle Projekt diene nicht dem Wohl der Bevölkerung, sondern sei vielmehr eine Bereicherung "der üblichen Verdächtigen."
Anlässlich einer Pressekonferenz im Büro der Diözese Colón-Kuna Yala in Margarita kritisierte die Bauernkoordination, dass eine Befragung gemäß dem von Panama unterzeichneten Escazú-Abkommen zu Umweltrechten nicht stattgefunden habe. Die Behörden gehen von rund 500 Familien in 38 Ansiedlungen aus, die umgesiedelt werden müssen. Die Bauernorganisation spricht allerdings von mehr als 13.000 Menschen, die im Einzugsgebiet des Río Indio leben und davon betroffen wären. Sie seien nicht bereit, ihre fruchtbaren Ländereien in Flussnähe gegen trockene Gegenden einzutauschen.
Die Behörde für den Panamakanal (ACP) erklärte, das Río-Indio-Projekt sei "von entscheidender Bedeutung für die Sicherung der Wasserversorgung Panamas", und versicherte, dass dessen Umsetzung im Rahmen eines "offenen, partizipativen und transparenten Prozesses" erfolge.
Die Bauernkoordination kritisierte, die Behörden verlangten von den Familien die Unterzeichnung von Umsiedlungsvereinbarungen, obwohl die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung erst im Dezember 2026 vorgelegt werden sollen. Von den Anwohnern wird gefordert, dass ihre Lebensweise, ihre Dörfer und ihre Kultur nicht der Wasserwirtschaft geopfert werden.
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Der Panamakanal ist ein Süßwassersystem. Die Durchfahrt jedes Schiffes durch den Panamakanal verbraucht durchschnittlich 200 Millionen Liter Süßwasser. Diese Wassermenge wird für den Betrieb des Schleusensystems benötigt, das die Schiffe über die Landenge hebt und senkt. Das Wasser wird nach dem Vorgang ins Meer abgeleitet.
Angesichts des Klimawandels soll der dritte Stausee für die 82 Kilometer lange Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik die Wasserversorgung sowohl für den Kanal als auch für die Bevölkerung des Landes für die nächsten 50 Jahre sicherstellen. Während einer Dürreperiode im Jahr 2023 musste die Schifffahrt durch den strategischen Wasserweg wegen fehlendem Süßwasser eingeschränkt werden.
Aufgrund des Kriegs in Nahost ist der Panamakanal einer zusätzlich hohen Nachfrage ausgesetzt und verzeichnet im April bis zu 40 Durchfahrten pro Tag. Gemäß Jorge Luis Quijano, ehemaliger Geschäftsführer der Behörde für den Panamakanal, ermöglicht das zusätzliche Wasser des neuen Stausees täglich elf bis 15 Schiffsdurchfahrten durch den Kanal.
Der Panamakanal ist zu einem "Engpass" für die Weltwirtschaft geworden. US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr ohne Beweise behauptet, der Kanal werde von China kontrolliert. Die USA bauten den Kanal Anfang des 20. Jahrhunderts und übertrugen die Kontrolle 1999 an Panama.

