Peking. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, hat die Zusammenarbeit zwischen China und den Staaten Lateinamerikas erneut gegen Vorwürfe geopolitischer Motive verteidigt. Die Kooperation mit der Region verfolge keine strategischen Hintergedanken und dürfe nicht durch äußere Einflüsse beeinträchtigt werden, erklärte Guo am Montag.
Er betonte, die Länder Lateinamerikas und der Karibik seien souveräne und unabhängige Nationen. Sie hätten das Recht, ihre Kooperationspartner frei zu wählen und ihren eigenen Entwicklungsweg zu bestimmen. China halte in seinem Austausch mit der Region konsequent an den Prinzipien des gegenseitigen Respekts und der Gleichberechtigung fest.
Die bilateralen Beziehungen seien offen und inklusiv und richteten sich nicht gegen Dritte, sagte Guo. Deshalb solle niemand versuchen, diese Beziehungen zu beeinflussen. China stelle keine geopolitischen Kalküle an, mische sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ein und fordere auch niemanden auf, Partei zu ergreifen.
Ähnliche Positionen hatte Peking bereits im vergangenen Jahr vertreten. Damals betonten chinesische Vertreter ebenfalls, die Beziehungen zu Lateinamerika sollten ohne Einmischung von außen gestaltet werden und auf gegenseitigem Nutzen beruhen, während Washington Peking stärkerer Einflussnahme beschuldigte (amerika21 berichtete).
Die Stellungnahme von Guo folgte auf Aussagen des chinesischen Außenministers Wang Yi, der am Sonntag während seiner jährlichen Pressekonferenz im Rahmen der Sitzung der Nationalen Volksversammlung auf die Beziehungen zwischen China und Lateinamerika einging. Wang warnte dabei, dass sich das "alte Drama des 19. Jahrhunderts" auf der internationalen Bühne des 21. Jahrhunderts nicht wiederholen dürfe. Zugleich forderte er "Dritte" auf, sich nicht in die Beziehungen zwischen China und der Region einzumischen.
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Weiter beschrieb er die Zusammenarbeit als gegenseitige Unterstützung zwischen Ländern des Globalen Südens. Er nannte als Beispiel das Forum für Zusammenarbeit zwischen China und der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten, das im vergangenen Mai in Peking stattfand.
Die jüngsten Äußerungen aus Peking erfolgen vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag in Florida den Gipfel "Escudo de las Américas" (Schild von Amerika) organisiert und dazu mehrere rechtsgerichtete Staats- und Regierungschefs aus der Region eingeladen. Ziel des Treffens war nach Angaben der Nachrichtenagentur EFE, die Führungsrolle Washingtons in Lateinamerika zu festigen und dem Einfluss Chinas entgegenzuwirken (amerika21 berichtete).
Während des Treffens warnte Trump davor, dass die Vereinigten Staaten nicht zulassen würden, dass sich "feindliche ausländische Einflüsse" in der westlichen Hemisphäre etablieren. Zugleich verwies er auf den Panamakanal als strategische Infrastruktur und äußerte Besorgnis über die Präsenz ausländischer Akteure rund um die wichtige Handelsroute.
China und die Staaten Lateinamerikas haben ihre wirtschaftlichen und politischen Beziehungen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich ausgebaut. Das Handelsvolumen zwischen beiden Seiten überstieg zuletzt 500 Milliarden US-Dollar. Offiziellen Angaben zufolge ist China inzwischen der zweitgrößte Handelspartner der Region und eine der wichtigsten Quellen für ausländische Direktinvestitionen.

