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US-Blockade gegen Kuba trifft Onlinehändler

Bestellplattform envioscuba stellt Geschäftstätigkeit ein

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Produkte des täglichen Bedarfs konnten bisher über Envioscuba.com bestellt werden
Produkte des täglichen Bedarfs konnten bisher über Envioscuba.com bestellt werden

Washington/Havanna. Der vor allem bei in den USA lebenden Kubanern beliebte Onlinehändler envioscuba hat die Einstellung seiner Geschäftstätigkeit angekündigt. Auf der Homepage der Bestellplattform wurde dieser Schritt mit externen Einflussfaktoren begründet. Bislang konnten über das Unternehmen Nahrungsmittel, Bekleidung sowie weitere Produkte bestellt und an Empfänger in Kuba zugestellt werden. Hintergrund dieser Maßnahme ist die am 1. Mai dieses Jahres angekündigte Verschärfung von US-Sanktionen, die darauf abzielen, die kubanische Wirtschaft zum Erliegen zu bringen.

Dass nun ein Unternehmen betroffen ist, das bislang große Teile der kubanischen Gemeinde in den USA zur Unterstützung ihrer Familienangehörigen in Kuba genutzt haben, war bislang eher die Ausnahme. Der Präsident des in Miami ansässigen Beratungsunternehmens Havana Consulting Group, Emilio Morales, verwies in diesem Kontext auf eine mögliche Verbindung des Onlinehändlers envioscuba mit der kubanischen Geschäftsgruppe GAESA. Die im Jahr 1990 gegründete Grupo de Administración Empresarial untersteht dem kubanischen Militär und besteht aus zahlreichen Unternehmen, die in den Sektoren Tourismus, Außenwirtschaft, Bauwesen, Finanzen sowie Logistik und Lagerung tätig sind. Mit der Anfang Juni erfolgten Erweiterung der US-Sanktionen auf zahlreiche Institutionen und Ministerien, darunter auch das Ministerium der Revolutionären Streitkräfte, MINFAR, werden daher Geschäfte mit GAESA unter Strafe gestellt. Im Fall von envioscuba besteht die Zusammenarbeit mit GAESA laut Morales darin, dass Waren und Produkte aus Lagern der Unternehmensgruppe genutzt werden. Um ein Einfrieren von Vermögenswerten in den USA zu verhindern und um weiterhin auch auf dem US-Markt operieren zu können, haben in den vergangenen Wochen und Monaten zahlreiche international tätige Unternehmen ihr Kuba-Geschäft eingestellt. Zu den bekanntesten und aktuellsten Fällen gehört der Rückzug der Hotelketten Melia und Iberostar, des Bergbauunternehmens Sherritt sowie der Reedereien Hapag-Lloyd und CMA-CGM.

Erklärtes Ziel dieser Strangulierungspolitik ist die weitere Schwächung der kubanischen Wirtschaft und das fast vollständige Abschneiden des Landes von den lebenswichtigen Devisen. Besonders dramatisch sind die Auswirkungen im Gesundheitsbereich. Laut einer Studie des Washingtoner Centers for Policy and Economic Research (CEPR) sind die Defizite in diesem Sektor maßgeblich auf die Verschärfung der US-Sanktionen zurückzuführen, die in der ersten Amtszeit von Donald Trump begonnen wurde. Laut dieser Analyse stieg die Säuglingssterblichkeitsrate (MTI) in Kuba zwischen 2018 und 2025 von vier auf 9,9 pro 1.000 Lebendgeburten. Auch sanken in diesem Zeitraum die Überlebenschancen von an Krebs erkrankten Kindern von 85 auf 65 Prozent.