Bolsonaro gewinnt ersten Durchgang zur Präsidentschaft in Brasilien

Der Wahltag verläuft weitestgehend ohne Probleme. Stichwahl Ende Oktober zwischen Bolsonaro und Lula

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Weder der amtierende Präsident des Landes, Luiz Inácio Lula da Silva, noch sein Konkurrent Flávio Bolsonaro, konnten die Wahl für sich entscheiden
Weder der amtierende Präsident des Landes, Luiz Inácio Lula da Silva, noch sein Konkurrent Flávio Bolsonaro, konnten die Wahl für sich entscheiden

Brasília/São Paulo. Flávio Bolsonaro hat die Präsidentschaftswahl in Brasilien im ersten Wahldurchgang gewonnen. Nach Auszählung von 99,97 Prozent der Stimmen lag der rechte Kandidat mit 47,04 Prozent vorn. Der amtierende Präsident des Landes, Luiz Inácio Lula da Silva kam knapp dahinter auf 45,15 Prozent der Stimmen. Somit treten beide Kandidaten am 25. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an.

Die Ergebnisse der Wahlen der im Ausland lebenden Brasilianer:innen waren aufgrund der Zeitverschiebung bereits vor 17 Uhr Ortszeit bekannt. In 134 weiteren Ländern traten Brasilianer:innen an die Wahlurnen. Lula lag dabei unter anderem in Finnland mit 68,54 Prozent, China mit 56,63 Prozent, Südkorea mit 56,94 Prozent, Neuseeland mit 70,40 Prozent, Palästina mit 93,09 Prozent, Saudi-Arabien mit 61,9 Prozent und Ägypten mit 71,88 Prozent der Stimmen vor Flávio Bolsonaro. Dieser wiederum konnte die Mehrheit der Stimmen in Abu Dhabi mit 48,63 Prozent, auf den Philippinen mit 53,23 Prozent, in Israel mit 74,40 Prozent und in Japan mit 71,59 Prozent auf sich vereinen.

Noch während der Wahl machten Bilder des Präsidentschaftskandidaten Romeu Zema die Runde. Der Unternehmer und ehemalige Gouverneur des Bundesstaats Minas Gerais kam mit 0,27 Prozent auf den sechsten Platz, geriet aber in die Schlagzeilen, weil er während einer Live-Ausstrahlung des Nachrichtensenders Globo News mit einem Handy vor der Wahlurne zu sehen war. Der Oberste Gerichtshof (STF) verbietet jedoch die Nutzung technischer Geräte, die in der Lage sind, den Moment der Wahl videografisch festzuhalten. Ausgeschlossen von dieser Regel sind nur Menschen, die aufgrund einer Behinderung auf technische Geräte zurückgreifen müssen. Der Fall wird nun vom Regionalen Wahlgerichtshof des Bundesstaats Minas Gerais untersucht.

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Bürger:innen warten auf die Wahlergebnisse
Bürger:innen warten auf die Wahlergebnisse

Wie bereits bei den Kommunalwahlen im Jahr 2024 waren auch an diesem Wahlsonntag öffentliche Verkehrsmittel für die Bevölkerung kostenlos nutzbar. 2023 hatte der Oberste Bundesgerichtshof (STF) einstimmig beschlossen, dass alle öffentlichen Verkehrsmittel wie Busse, Bahnen, Metro oder auch Boote am Wahltag in den urbanen Zentren des Landes gratis sein müssen. Dies soll sicherstellen, dass möglichst vielen Menschen der Zugang zur Wahlurne ermöglicht wird.

Die Teilnahme an der Wahl ist für die Bevölkerung verpflichtend. Wer seine Abwesenheit am Wahltag nicht innerhalb von drei Monaten schlüssig begründet, dem drohen Geldstrafen und weitere Disziplinarmaßnahmen, wie beispielsweise die Verhinderung der Ausstellung eines Reisepasses.

Neben der Wahl des neuen Präsidenten fand auch die Wahl der Gouverneur:innen der insgesamt 27 Bundesstaaten und des Bundesdistrikts statt. Ergebnisse lagen bis Redaktionsschluss noch nicht vor. Insgesamt waren 158,7 Millionen Menschen wahlberechtigt.