Dominikanische Republik: Protest für Land, Bildung und Gesundheit

Demonstration zum Jahrestages des Beginns der Kolonialisierung. Polizei setzte Wasserwerfer ein

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Flagge der Dominikanischen Republik
Die Dominikanische Republik (Symbolbild) gilt als Urlaubsparadies, es gibt aber auch soziale Probleme

Higüey/Santo Domingo. Am 12. Oktober haben Bäuer:innen, vertriebene Familien, Gewerkschaften und Gemeindeorganisationen im Osten der Dominikanischen Republik demonstriert. Sie forderten ein besseres Gesundheits- und Bildungssystem, die Rückgabe ihres Landes und ein Ende der Zwangsräumungen. Wie der Sender telesur berichtete, waren Menschen aus den fünf Provinzen der Region zum Tag des indigenen Widerstands nach Higüey, in die Hauptstadt der Provinz La Altagracia, gekommen. Die Sicherheitskräfte gingen mit Wasserwerfern gegen den nach Angaben des Senders friedlichen Protest vor.

Im Mittelpunkt stand der Streit um Land. Bäuer:innen und vertriebene Familien verlangen die sofortige Rückgabe ihrer Parzellen und Titel für Flächen, die sie seit Generationen bewirtschaften. Sie werfen der Regierung vor, die Interessen großer Hotelkonzerne in Tourismuszentren wie Punta Cana über die der ansässigen Bevölkerung zu stellen. Ältere Teilnehmende forderten würdige Renten.

Der 12. Oktober erinnert an die Ankunft von Christoph Kolumbus in Amerika 1492 und trägt je nach Land in Lateinamerika und der Karibik unterschiedliche Namen, von Día de la Raza über Tag der Hispanität bis zu Tag des indigenen Widerstands. In der Dominikanischen Republik wird er auch als Tag der Identität und kulturellen Vielfalt begangen, mit Verweis auf indigene, spanische und afrikanische Wurzeln der Dominikanischen Republik.

Héctor Turbid von der Nationalen Volkskoordination kommentierte die Bedeutung des historischen Tages und gedachte des Beginns der Kolonialisierung mit zahlreichen toten und ausgegrenzten Indigenen. "Heute verstehen wir uns als Erben derjenigen, die vor mehr als 500 Jahren ausgegrenzt wurden", sagte er. Die Menschen im Osten des Landes werden sich demnach durch Provinzversammlungen weiter organisieren.

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Ärzte legten für 24 Stunden die Arbeit nieder
Ärzte legten für 24 Stunden die Arbeit nieder

Auch im Gesundheitswesen wächst der Druck auf die Regierung von Präsident Luis Abinader. Einen Tag nach dem Protest in Higüey legten Ärzte im ganzen Land für 24 Stunden die Arbeit nieder, es wurden nur Notfälle versorgt. Der Ärzteverband Colegio Médico Dominicano hatte den Streik eine Woche zuvor angekündigt, wie die Nachrichtenagentur EFE berichtete. Er fordert unter anderem einen Zuschlag für Ärzte mit mehr als 15 Dienstjahren und mehr Schutz vor Übergriffen in Krankenhäusern.