Guatemala-Stadt/Quetzaltenango. Guatemalteken haben am Samstag das Ende der achtjährigen Amtszeit der Generalstaatsanwältin Consuelo María Porras gefeiert. Porras steht in Guatemala für viele für Machtmissbrauch und Korruption und gilt als eine erbitterte Gegnerin der aktuellen Regierung. An ihre Stelle tritt Gabriel García Luna, der zwar nicht für den erhofften radikalen Neuanfang steht, aber zumindest für Hoffnung auf mehr Rechtsstaatlichkeit (amerika21 berichtete).
In der Hauptstadt startete zunächst eine Demonstration von Studenten, am Nachmittag fanden sich zahlreiche Menschen vor dem Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft ein. Genau dort hatte 2023 ein 106-tägiges Protestcamp stattgefunden, als ein technischer Staatsstreich, angeführt von Porras, den Amtsantritt des aktuellen Präsidenten Bernardo Arévalo verhindern wollte. Am Samstag gab es ein Programm mit Livemusik und Feuerwerk zur Verabschiedung von Porras, vor dem Gebäude wurde eine 100 Meter lange Kette mit Chinaböllern gezündet.
In Quetzaltenango versammelten sich Studenten und Aktivisten am Nachmittag im Parque Central und feierten mit Musik, Feuerwerk und Piñatas, mit Süßigkeiten gefüllte Puppen, die an einem Seil hängend zerschlagen werden, in diesem Fall mit den Konterfeis von Porras und weiteren Amtsträgern aus der Staatsanwaltschaft. Eine Puppe mit dem Konterfei von Porras ging in Flammen auf.
Verschiedene Redner erklärten, dass die Generalstaatsanwaltschaft in den acht Jahren unter Porras im Prinzip "die Arbeit eingestellt hat, bis zu 93 Prozent der Ermittlungen sind nicht mehr verfolgt worden". Daher seien Ermittlungsakten zu "unzähligen Korruptionsfällen und solche gegen kriminelle Banden einfach im Archiv verschwunden". Stattdessen habe es Ermittlungen gegen Juristen gegeben, die gegen Korruption ermittelten, gegen Journalisten und Aktivisten, mit "erfundenen Vorwürfen".
Eine Teilnehmerin sagte gegenüber amerika21, man dürfe sich nicht der Illusion hingeben, dass "morgen in Guatemala alles anders wird". Porras ist weg, aber "ihre kriminelle Struktur" ist noch da. Das Ende ihrer Amtszeit sei nur der "Beginn eines langen Prozesses".


