Kuba / Politik / Wirtschaft

Exil-Kubaner treffen sich in Paris: Reformen im Fokus

Havanna/Paris. Die Koordinierungsstelle der in Frankreich lebenden Kubaner lädt für den 23. und 24. Oktober zum 18. Treffen der in Europa lebenden Kubaner (ECRE) ein. Das teilte die Organisation der Nachrichtenagentur Prensa Latina mit. Austragungsort ist die Region Île-de-France, zu der neben Paris acht umliegende Départements des Großraums Paris gehören.

Die Veranstalter betonen die besondere Bedeutung der diesjährigen Ausgabe: Sie falle zusammen mit dem 100. Geburtstag des historischen Anführers der kubanischen Revolution, Fidel Castro, dessen "Beispiel, Ethik und Denken" nach Angaben der Koordinierungsstelle als Leitbild der eigenen Prinzipien gelten.

Zugleich jährt sich zum 20. Mal das erste ECRE-Treffen, das seinerzeit ebenfalls in Paris stattfand. "Beim Rückblick auf die 20 Jahre seit dem ersten ECRE in Paris werden wir das Bekenntnis erneuern, unsere Kräfte zu bündeln, um weiter für Kuba zu wirken", heißt es in der Einladung der Koordinierungsstelle.

Auf der Tagesordnung stehen mehrere Themen. Ein Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit den neuen Staatsbürgerschafts- und Migrationsgesetzen sowie den im Juni beschlossenen Wirtschaftsreformen. In diesem Rahmen wurden neue Möglichkeiten für Auslandskubaner geschaffen, auf der Insel zu investieren und Unternehmen zu besitzen. Damit sollen Geldsendungen weg von reinen Konsumtransfers stärker in Richtung produktiver Investitionen entwickelt werden und neue Möglichkeiten für Auslandskubaner entstehen, mit ihrem Land und ihrer Heimatgemeinde verbunden zu bleiben. Mit Inkrafttreten der neuen Staatsbürgerschaftsgesetze im November können Kubaner künftig mehr als 24 Monate am Stück im Ausland bleiben, ohne den Verlust ihrer Staatsbürgerschaft oder ihres Eigentums auf der Insel fürchten zu müssen. Auch doppelte Staatsbürgerschaften sind von kubanischer Seite aus dann möglich, während die neuen Investitionsmöglichkeiten bereits jetzt gelten.

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In diesem Kontext soll es bei dem Treffen um die "aktive Beteiligung" der im Ausland lebenden Kubaner an der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Heimatlandes gehen, zudem steht die "Rolle der Jugend bei der Bewahrung kubanischer Wurzeln und Geschichte" oben auf der Tagesordnung.

Die Koordinierungsstelle verweist in ihrer Erklärung auf die anhaltenden US-Sanktionen und Übernahmedrohungen, die mit Inkrafttreten der US-Erdölblockade im Januar und mit neuen Sekundärsanktionen gegen Drittstaaten ab 1. Mai massiv verschärft wurden. Angesichts dessen müsse sich die Stimme der Kinder des "unabhängigen und souveränen Vaterlandes" lauter denn je erheben, heißt es in der Mitteilung.

Die Veranstalter rufen die in Europa lebenden Kubaner dazu auf, an dem Treffen teilzunehmen, um weiter am Aufbau eines Vaterlandes "mit allen und zum Wohle aller" mitzuwirken – ein Verweis auf ein bekanntes Zitat des Unabhängigkeitshelden José Martí.

Das vorangegangene Treffen fand am 24. und 25. Oktober des vergangenen Jahres in Rom statt. In diesem Jahr fällt die Ausrichtung turnusgemäß an die Region Île-de-France.