Argentinien / Wirtschaft

Argentiniens Preise steigen, Produktion fällt, Armut stagniert

INDEC meldet neue Daten für März und Februar 2026. Inflation 3,4 Prozent im März, Industrie minus 4 Prozent im Februar. Armutsquote sinkt nicht weiter

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Angestelle der nationalen Universität in Río Cuarto demonstrieren im September 2025 für die Rechte der öffentlichen Bildungseinrichtungen und faire Löhne
Angestelle der nationalen Universität in Río Cuarto demonstrieren im September 2025 für die Rechte der öffentlichen Bildungseinrichtungen und faire Löhne

Buenos Aires. Das Nationale Institut für Statistik und Volkszählung (INDEC) hat in den letzten Wochen aktualisierte Zahlen zur Inflationsrate, der Industrieproduktion und der Armut veröffentlicht. Die offiziellen Zahlen zeigen, dass die Inflationsrate in den letzten zehn Monaten kontinuierlich angestiegen ist, zuletzt im März auf 3,4 Prozent. Gleichzeitig schrumpfte die Produktion in der Industrie weiterhin, im Februar 2026 im Schnitt allein um vier Prozent, während die Verringerung der Armut in der Bevölkerung zum Erliegen gekommen ist.

Im ersten Quartal 2026 betrug die Inflation insgesamt 9,4 Prozent. Die gemittelte Preissteigerung zum März des Vorjahres liegt bei 32,6 Prozent. Insbesondere betroffen von den aktuellen Steigerungen sind Bildungskosten, unter anderem, da der betrachtete Zeitraum mit dem Start des Schuljahres zusammenfällt, sowie die Kategorien Transport, Mieten, Energie und Wasserkosten. Und selbst die Kerninflationsrate, die am stabilsten ist, liegt bei 3,2 Prozent. Im Magazin Cenital beschreibt Wirtschaftswissenschaftler Guido Zack, dass die Regierung sich darüber hinaus weigert, den Warenkorb, der zur Berechnung genutzt wird, zu aktualisieren. Dies hält die Statistiken künstlich niedrig.

Auch der Zusammenbruch der Produktion in der argentinischen Industrie (amerika21 berichtete) hält weiterhin an und betrifft fast alle Industriezweige. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres schrumpften Bereiche wie Textilherstellung, die Automobilindustrie und metallverarbeitende Produktion jeweils um mehr als 20 Prozent. Einzig die Petroleumindustrie konnte einen marginalen Zuwachs von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen.

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Die Regierung hält weiter an ihrem aktuellen Sparkurs fest, trotz Inflation und Produktionseinbrüchen. Als ein Hauptargument dafür wird der Erfolg in der Armutsbekämpfung, anhand der letzten Statistiken von INDEC, herangeführt: Während die Armutszahlen im ersten Halbjahr 2024 auf einem Hoch von fast 53 Prozent der Bevölkerung waren, sprechen die offiziellen Zahlen für das zweite Halbjahr 2025 von fast einer Halbierung auf 28,2 Prozent.

Diese Zahlen leiden allerdings unter methodologischen Problemen, wie Forscher vom Zentrum für Verteilungs-, Arbeits- und Sozialforschung von der Universität La Plata in einer Studie in diesem Monat vorlegten. Durch die hohen Schwankungen in der Inflation und der Zeitverzögerung darin, wie Einkommen und Lebenshaltungskosten gemessen werden, über- und unterschätzen die offiziellen Zahlen die Armut, je nach Zeitperiode. Dazu kommt, dass auch hier die Regierung am Konsumentenwarenkorb von 2004/2005 festhält, statt aktualisierte Zahlen zu nutzen. In ihrer Studie korrigierten die Forscher diese Faktoren und fanden, dass die Armutszahlen im ersten Halbjahr 2025 statt um mehr als zehn Prozentpunkte tatsächlich nur um etwa zwei Prozentpunkte gefallen sind.