Santiago. Das Erste Umweltgericht von Chile hat die endgültige Schließung der Alcaparrosa-Mine in der Gemeinde Tierra Amarilla in der Atacamawüste angeordnet. Das Bergbauunternehmen Ojos del Salado, eine Tochtergesellschaft des kanadischen Unternehmens Lundin Mining, muss außerdem für den Rückbau des unterirdischen Bergwerks, das Auffüllen des 60 Meter tiefen Senklochs und die Wiederherstellung der natürlichen Wasserläufe sorgen. Die Menschen in Tierra Amarilla begrüßten das Urteil und der Betreiber erklärte, bei der Erfüllung des Urteils eng mit den Behörden zusammenarbeiten zu wollen.
Im Jahr 2022 sackte die Erde in einer Entfernung von nur 900 Metern vom Ortskern von Tierra Amarilla ab und bildete ein Senkloch von 60 Metern Tiefe und 30 Metern Durchmesser. Anwohner und Behörden vermuteten einen Zusammenhang zu der Mine auf ihrem Gemeindegebiet. Zu Beginn des Jahres 2025 verordnete die Umweltaufsichtsbehörde (SMA) Strafgelder wegen Nichteinhaltung von Auflagen und die vorläufige Schließung der Mine (amerika21 berichtete).
Der Rat für Staatsverteidigung (CDE) reichte Klage ein, der jetzt vom Umweltgericht stattgegeben wurde. Der CDE ist eine unabhängige Institution, die direkt dem Präsidenten untersteht und über die keine andere Instanz des Rechtsstaates Weisungsbefugnis hat. Es wacht über die Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen und verteidigt die Interessen des chilenischen Staates.
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Auf 210 Seiten begründet das Gericht in seinem Urteil die Verantwortung von Ojos del Salado für die Schäden und verlangt die Ausarbeitung eines Plans zur endgültigen Schließung des Bergwerks. Dieser muss von der zuständigen staatlichen Behörde für Bergbau und Geologie genehmigt werden. Neben der direkten Beseitigung der Umweltschäden muss das Unternehmen für 30 Jahre in die Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung der umliegenden Gemeinden investieren und die erworbenen Wasserrechte an den Staat zurückgeben.
Besonders schwierig dürfte sich die Wiederherstellung der natürlichen Wasserreserven gestalten. In einer Reportage vom Oktober 2022 kommentierte Rufina Castillo, eine ältere Bewohnerin und Gemeindevertreterin, dass der Untergrund schon immer brüchig war. Das Absinken des Grundwasserspiegels sei für die weitgehende Austrocknung des Copiapoflusses und die Entstehung des Senklochs verantwortlich, heißt es in der Reportage.
Der Bürgermeister von Tierra Amarilla begrüßte das Urteil als historischen Sieg für seine Gemeinde und als Warnung vor verantwortungslosem Bergbau.

