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Kolumbien und Ecuador rücken gegen Drogenbanden zusammen

Beide Staatschefs loben Zusammenarbeit. Bei einer gemeinsamen Operation wurden bereits Angehörige von "Fito" festgenommen. Kritiker sehen Verlust nationaler Souveränität

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Wegen der Zusammenarbeit Ecuadors mit Kolumbien und vor allem mit den USA im Kampf gegen organisierte Kriminalität wird im Land Kritik laut (Symbolbild)
Wegen der Zusammenarbeit Ecuadors mit Kolumbien und vor allem mit den USA im Kampf gegen organisierte Kriminalität wird im Land Kritik laut (Symbolbild)

Quito/Bogotá. Kolumbien und Ecuador wollen künftig enger gegen grenzüberschreitende Kriminalität vorgehen, unterstützt von den USA. Ecuadors Präsident Daniel Noboa sagt im Interview mit Radio Centro Digital, sein kolumbianischer Amtskollege Abelardo de la Espriella dulde nicht, dass Kolumbien zum Rückzugsort ecuadorianischer Krimineller werde. Die Regierungen in Quito und Bogotá werden deshalb den Kampf gegen transnationale Banden fortsetzen – etwa mit der Überwachung von Fernstraßen und gemeinsamen Geheimdienstoperationen.

Beide Präsidenten telefonieren alle zwei Wochen, wie Noboa erklärte. "Die Lage verbessert sich, es gibt eine echte Zusammenarbeit." Dem Vorgänger de la Espriellas, Gustavo Petro, warf Noboa vor, Ex-Farc-Kämpfern ein Gebiet im Süden überlassen zu haben. "Unser Nachbar war nicht Kolumbien, unsere Nachbarn waren die Guerillas." Mit dem neuen kolumbianischen Präsidenten, der seit August 2026 im Amt ist, habe sich die Zusammenarbeit verbessert.

Fortschritte im Vorgehen gegen organisiertes Verbrechen hätten sich bereits Ende September mit der Festnahme von Inda Peñarrieta und Michelle Macías, Ehefrau und Tochter des in den USA inhaftierten Los-Choneros-Chefs José Adolfo Macías Villamar, genannt "Fito", gezeigt. Kolumbiens Polizei, Armee und Staatsanwaltschaft vollstreckten am 27. September in Sabana de Torres im Departamento Santander gemeinsam mit ecuadorianischen Behörden und der US-Bundespolizei FBI einen Haftbefehl wegen mutmaßlicher Geldwäsche. Zwei Tage später wurden beide Ecuadorianerinnen in ihr Heimatland ausgewiesen.

Am Tag der Festnahme hatte der rechte Präsident Kolumbiens angekündigt: "Ich werde sie gerne meinem guten Freund, Präsident Daniel Noboa, übergeben, damit sie sich vor der ecuadorianischen Justiz verantworten können". Kolumbien werde kein Zufluchtsort für transnationale kriminelle Finanzströme sein, führte de la Espriella aus. Bereits im Juni war "Fitos" Bruder Ronald Macías aus Kolumbien nach Ecuador ausgewiesen worden.

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Das Verhältnis beider Länder war zuvor angespannt: Im Januar verhängten die Regierungen in Quito und Bogotá etwa wechselseitig 30 Prozent Zölle. Konfliktpunkt war der grassierende Drogenhandel über die geteilte Grenze und die damit einhergehenden Sicherheitsprobleme. Noboa hatte mehrfach die Drogenpolitik der ehemaligen Regierung unter Petro kritisiert und dem Ex-Präsidenten Untätigkeit vorgeworfen. Seit de la Espriellas Amtsantritt rücken die Regierungen sicherheitspolitisch zusammen.

Kolumbien trat im September dem von den USA geführten "Schild der Amerikas" (Escudo de las Américas) bei, dem auch Ecuador angehört (amerika21 berichtete). US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte im August, die Regierung in Bogotá habe gemeinsame Militäreinsätze erbeten. Kolumbien und Ecuador prüfen zudem eine Basis an der Grenze. Ecuadors Verteidigungsminister Gian Carlo Loffredo sprach Ende September von einer binationalen Basis oder von zwei getrennten Stützpunkten auf beiden Seiten der Grenze.

Kritik an der engeren Sicherheitskooperation gibt es in beiden Ländern, sie richtet sich vor allem gegen die Rolle der USA. In Kolumbien reichte Senator Iván Cepeda Ende September rechtliche Schritte gegen Präsident de la Abriella ein. Anlass war der dokumentierte Überflug von US-Marine-Hubschraubern über Tumaco im August, für den der Senat Cepeda zufolge hätte zustimmen müssen. Ein Richter verlangte vom Verteidigungsministerium den Nachweis der Rechtsgrundlage. Die Regierung hatte im Voraus betont, die Kooperation stärke die kolumbianische Souveränität.

Das von der US-Regierung unter Donald Trump geführte “Escudo de las Américas” (Shield of the Americas) gilt bei vielen Beobachter:innen als Ausdruck einer Rückkehr zu einer von Washington geführten Sicherheitspolitik in Lateinamerika. Kritiker:innen befürchten unter anderem, dass teilnehmende Staaten wie Ecuador und Kolumbien dadurch an außenpolitischer Eigenständigkeit verlieren und sich stärker den strategischen Interessen der USA unterordnen (amerika21 berichtete).