Cali/Popayán. In den Departamentos Valle del Cauca und Cauca in der Pazifikregion Kolumbiens sind seit Freitag mehrere Bombenanschläge verübt worden. Am Samstagnachmittag explodierte an der Landstraße Panamericana in der Gemeinde Cajibío in Cauca ein mit Sprengstoff gefüllter Gaszylinder. Die Behörden haben dort bislang 13 Tote und 20 Verletzte registriert.
Am Freitag gegen Mittag ereignete sich der erste Anschlag. Ein mit Sprengstoff beladener Schulbus wurde in der Nähe des Pichincha-Bataillons der Armee südlich der Stadt Cali zurückgelassen. Drei Personen sollen dabei verletzt worden sein.
Am Freitagabend gab es einen weiteren Anschlag mit Gaszylinderbomben, die aus einem Kraftfahrzeug auf das Ingenieurbataillon Nummer drei "Coronel Agustín Codazzi" in der Stadt Palmira im Departamento Valle del Cauca geworfen wurden. Es wurden keine Opfer gemeldet.
Am Samstag in den frühen Morgenstunden griffen Unbekannte die Polizeistation in einem ländlichen Gebiet der Gemeinde Jamundí im Süden des Valle del Cauca mit Sprengstoff und Schusswaffen an. Weiter südlich an der Panamericana wurde ebenfalls am frühen Morgen ein Bus mit Sprengstoff attackiert. Nach offiziellen Angaben wurden dabei sechs Menschen verletzt, darunter ein Minderjähriger.
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Die Behörden führen die Bombenanschläge auf die Ex-Farc-Gruppe "Jaime Martínez" zurück. Präsident Gustavo Petro sagte im Zusammenhang mit dem Angriff in Cajibío, dass es sich um illegale Strukturen handle, die unter dem Kommando von "Marlon" stehen. Bei "Marlon" soll es sich um den Farc-Dissidenten Iván Jacobo Idrobo Arredondo handeln.
"Ich fordere eine weltweit möglichst umfassende Strafverfolgung dieser narco-terroristischen Gruppe", sagte Petro und kündigte eine Anzeige gegen die Anführer der Attentate vor dem Internationalen Strafgerichtshof an.
Der Präsident verwies darauf, dass Terror sowohl vom Faschismus als auch vom Drogenhandel zur Ausübung sozialer Kontrolle genutzt worden sei. Hinter der Gewaltwelle steckten bewaffnete Gruppen, die Verbindungen zu politischen Kreisen hätten, die Interessen im Drogenhandel und im illegalen Bergbau verfolgen.
Die Anschläge finden im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen statt, die am 31. Mai stattfinden.

